WorldSpace ESDR
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
WorldSpace ESDR
Die Idee
Die Wurzeln unserer Zusammenarbeit mit WorldSpace – dem Pionier im Bereich des Digitalen Satelliten Radios – liegen weit zurück. Die Zusammenarbeit begann mit der Idee, entlegene Regionen per Satellit mit Radio- und Nachrichtenprogrammen aus aller Welt zu versorgen. Dieses System wurde Anfang der 90er Jahre für die Regionen Afrika, Asien sowie Süd- und Mittelamerika konzipiert und war damit das erste System, das einen Direktempfang ohne fest installierte und exakt ausgerichtete Satellitenantenne ermöglichte.
2006 entschied sich WorldSpace für die Ausweitung seines digitalen Satellitenradionetzwerks auf Europa. Gesendet wird vom bereits im Orbit befindlichen "AfriStar" Satelliten. Für die Übertragung und die Empfangsgeräte wird erstmalig der ebenfalls 2006 veröffentlichte ETSI-SDR-Standard (ESDR) genutzt.
Die Lösung
Das WorldSpace ESDR-System arbeitet im oberen Drittel des ursprünglich für DAB vorgesehenen L-Bandes (1479 - 1492 MHz). Unterstützt wird dabei sowohl das für DAB gebräuchliche Kanalraster von 1.7 MHz Bandbreite, als auch die von einigen "Beams" des AfriStar Satelliten verwendete höhere Bandbreite von 2.4 MHz.
Neben dem direkten Satellitenempfang sieht das europäische Radiosystem ESDR auch den Empfang über ein terrestrisches Netzwerk von Füllsendern vor. Diese Verbindung mit terrestrischen Zusatzkomponenten garantiert den mobilen Empfang auch dann, wenn die freie Sicht zum Satelliten nicht immer gegeben ist: wie beispielsweise in Städten oder in Tunnels.
Das Ergebnis
Um diesen paneuropäischen Radiodienst zu verwirklichen entwickelte das Fraunhofer IIS ein Terminal-Referenzdesign – inklusive Tuner, digitalem Basisband-Chipsatz und Service- bzw. Audio-Software. Bereits Mitte 2007 konnten die ersten Prototypen im Feldversuch getestet werden und im Dezember 2007 gingen die ersten Chipsätze in Fertigung.
Seit April 2008 steht nun die erste – in verschiedenen europäischen Feldversuchen getestete – Generation des Chipsatzes zur Verfügung. Danach erfolgte die erfolgreiche Adaption des Referenzdesign durch einen namhaften OEM-Hersteller und deren Implementierung in Autoradios und mobilen Empfängern.


Lesezeichen setzen bei