Navi Scout
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
Messenavigationssystem
Herausforderungen
Das Messeumfeld stellt eine besondere Herausforderung für die WLAN-Lokalisierung dar. Große, offene Hallen, sich bei jeder Messe ändernde Standbauten sowie die großen Menschenmengen bedeuten für die Signalverarbeitung eine hohe Dynamik der WLAN-Messwerte. Darüber hinaus soll die Software auf einer Vielzahl unterschiedlicher Endgerätetypen zum Einsatz kommen, die sich in ihrer Messcharakteristik stark unterscheiden.
Um diesen Einflussgrößen gerecht zu werden, wurden mehrere Berechnungsmethodiken umgebungsspezifisch vereint und ein spezieller Algorithmus entwickelt. Er legt weniger Gewicht auf die Einbeziehung von absoluten Pegeln, sondern zielt mehr auf die Verwendung relativer Eigenschaften der Pegel der einzelnen WLAN-Stationen einer gesamten Messung (Beispiel: WLAN-Station 1 wurde stärker gemessen als WLAN-Station 2). Damit sinkt u. a. die Auswirkung unterschiedlicher Charakteristiken auf die Positionsgenauigkeit.
Erfahrungen
Zum ersten Mal stand der »NaviScout« 2008 auf der Automechanika zur Verfügung. 2009 kam er auf der Musikmesse, der Ambiente, der Prolight+Sound, der Techtextil und der Tendence zum Einsatz. Die zufriedenen Besucher nutzen den Service mit steigender Tendenz, Gäste ohne WLAN-fähiges Endgerät konnten sich als Alternative ein mobiles Messe-Navigationsgerät auf dem Gelände leihen.
In der Entwicklung von Messeführern greifen wir auf langjährige Erfahrung zurück. Bereits auf der embedded world 2004 erhielt der "Messeführer auf Basis von Indoornavigation " des Fraunhofer IIS, Erlangen, den "Embedded Award" für besonders innovative Produkte und Dienstleistungen im Bereich Software verliehen.
Ausblick
Die Entwicklungen sind mit dem aktuellen Einsatzszenario noch lange nicht abgeschlossen. In Zukunft sollen Online-Funktionen in den »NaviScout« integriert werden, mit denen etwa über aktuell startende oder verschobene Podiumsdiskussionen und Forenbeiträge informiert werden kann. Das einfache Auffinden von Geschäftspartnern wird möglich, wenn man seine eigene Position für ausgewählte Nutzer freigibt. Auch kann das Endgerät aktiv seinen Besitzer informieren, wenn ein Aussteller passiert wird, der ein Exponat zu vorher festgelegten Interessensgebieten ausstellt.
Der spezielle Lokalisierungsalgorithmus für das Messeumfeld kann natürlich auch in vergleichbaren Umgebungen wie Flughäfen oder Bahnhöfen eingesetzt werden – also überall dort, wo vergleichbar »offene« Umgebungsbedingungen herrschen.


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