REPKA

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

WLAN-basierte Lokalisierungstechnologie zur Optimierung regionaler Entfluchtungen

Überblick

Eine wesentliche Rettungsmaßnahme bei Schadens­ereignissen ist die Entfluchtung betroffener Gebäude und Regionen. Gefährdete Personen so schnell und so zuverlässig wie möglich aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit zu bringen ist dabei oberstes Ziel.

Beim Evakuierungsprojekt REPKA (Innovative Konzepte zur regionalen Evakuierung unter Einbeziehung mobiler Informationssysteme: Regionale Evakuierung – Planung, Kontrolle und Anpassung) steht diese regionale Evakuierung im Mittelpunkt des Interesses. Insbesondere die Situation wenn eine große Menschenmenge ein Gebäude bereits verlassen hat und nun weiter in Sicherheit gebracht werden soll wird betrachtet.

Ziele

Ziel des Projekts ist es, regionale Evakuierungen besser planen, kontrollieren und an geänderte Gegebenheiten anpassen zu können. Dazu werden neue Modelle zur mathematischen Simulation und Optimierung entwickelt. Damit die Optimierungs- und Simulationsmodelle möglichst realitätsnah werden, und um die Simulationsergebnisse zu evaluieren, ist die Erfassung von Echtzeit-Ortsinformation von Personen ein zentraler Baustein. Die Erfassung der Ortsinformation muss dabei lückenlos während der Evakuierung möglich sein. Nur dadurch wird eine realistische Simulation und Optimierung der Menschenströme im Entfluchtungsfall möglich.

Lokalisierung als Schlüsselkomponente

Ziel der Forschungsarbeiten des Fraunhofer IIS ist die Bereitstellung einer robusten Lokalisierungstechnologie für mobile Endgeräte.

Die Erfassung der Personenströme wird daher durch WLAN-Lokalisierung in Fusion mit satellitengestützter Lokalisierung (GPS) und Lokalisierung in Mobilfunknetzen (GSM-Fingerprinting) erfolgen. Damit wird das Risiko minimiert, dass durch Ausfall oder Störung einer einzelnen Lokalisierungstechnologie das gesamte System nicht mehr genutzt werden kann.

Die entwickelte Lokalisierungstechnologie bietet neben der Verwendung für die realitätsnahe Simulation und Optimierung auch die Basis für ein individuelles Leitsystem für Personen im Entfluchtungsfall.

Beispiel Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern

Am Beispiel des Fritz-Walter Stadions am Betzenberg in Kaiserslautern wird REPKA die für eine sichere Entfluchtung notwendigen Simulationen und Szenarien auf Basis realer Bewegungsdaten von Personen verifizieren und weiterentwickeln. In einer Gefahrensituation drängen hier bis zu 50.000 Besucher zu Zügen und Parkplätzen. Das Gefahrenpotential wird zudem verstärkt, wenn gewaltbereite Fans aufeinander treffen.

Wer läuft in einer solchen Paniksituation wo hin? Dies wird im Rahmen des Projektes durch Evakuierungsübungen ermittelt. Sie liefern die grundlegenden Daten für die spätere Simulation von Szenarien zur Evakuierung von Regionen.

Akzeptanz

Die Frage der Akzeptanz der neuen Methoden wird in der sozialen Begleitforschung untersucht. Die ganzheitliche Betrachtung unter Einbeziehung aller am Szenario beteiligten Personen ist dabei ein entscheidendes Merkmal von REPKA. So entsteht keine Einzellösung, sondern eine ganzheitliche Systeminnovation.

Förderung

REPKA wird drei Jahre lang vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Forschungsprogramms "Forschung für die zivile Sicherheit" gefördert. Leitung: Universität Kaiserslautern, Fachbereich Mathematik. Projektpartner: Arbeitskreis Notfallmanagement und Katastrophenschutz, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, IT2Media, Siemens.