awiloc®

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

Projekte

Die Verfügbarkeit einer Echtzeit-Ortsinformation in und außerhalb von Gebäuden ermöglicht in vielen Branchen eine Optimierung von bestehenden Prozessen und schafft die Möglichkeit von neuen Anwendungen und Angeboten. Eine Anpassung der awiloc®-WLAN-Lokalisierungstechnologie des Fraunhofer IIS an verschiedene Umgebungen wie ganze Stadtgebiete, Messen, Flughäfen, Museen, Bahnhöfe, Industriehallen oder Einkaufszentren wurde bereits realisiert.

Positionsbestimmung für Notruf- und Hilfesystem

Lokalisierungs- und Navigationsdienste verknüpft die österreichische TeleConsult Austria mit Informations- und Kommunikationsfunktionen. Unter anderem bieten sie das Not- und Hilferufsystem MODIS® an. Es versendet auf Knopfdruck ein Notfallsignal an den Betreuungs-/ Rettungsdienst oder die Angehörigen des Trägers. Die WLAN-Lokalisierung soll hierbei die GPS-basierte Positionsbestimmung ergänzen, die in den engen Gassen der Fußgängerzonen oder im Indoor-Bereich, beispielsweise bei U-Bahn-Stationen, an ihre Grenzen stößt.

Multimedia-Museumsführer

Die Besucher des Museums Industriekultur in Nürnberg können seit 2010 die Ausstellung auf ganz besondere Art erkunden. Ein mobiles Multimedia-Führungssystem der Firma art2guide bietet vertiefendes Hintergrundwissen an – abgestimmt auf den jeweiligen Standort des Besuchers.

Messe-Navigator »Messe Guide« - immer gut orientiert!

Seit 2004 wurden für verschiedene Messen (u. a. Messe Frankfurt, Messe Nürnberg) Projekte wie der »NaviScout« realisiert. Dabei handelt es sich um einen elektronischen Messeführer mit einer kontinuierlichen WLAN-Lokalisierung. Besucher können damit ihre persönliche Ausstellerliste zusammenstellen und sich gezielt zu den ausgewählten Ständen führen lassen. Dabei ermöglicht die WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS sowohl auf dem Freigelände als auch in den Messehallen eine Orientierung auf wenige Meter genau.

Stadtnavigationssystem

Die Anwendung »MobileWALK« der IT2media GmbH startete 2009 als GPS-unabhängige Lokalisierung für die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen. Neben Innenstadtkarten können in Abhängigkeit vom eigenen Standort z. B. nächstgelegene Geschäfte und Restaurants, aber auch Banken oder Krankenhäuser mit Hintergrundinformationen auf dem eigenen Handy angezeigt werden. Basis für die Ortung ist awiloc®, die autarke WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS.

Optimierung regionaler Entfluchtungen

2009 startete das Forschungsprojekt zur Simulation von Szenarien zur Evakuierung von Regionen REPKA des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Optimierungs- und Simulationsmodelle des Projekts werden durch die anonymisierte Erfassung von Echtzeit-Ortsinformationen der Personen besonders realitätsnah. Die WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS ist deshalb ein zentraler Baustein. Für eine sehr robuste Lokalisierung wird sie mit satellitengestützter Lokalisierung (GPS) und Lokalisierung in Mobilfunknetzen (GSM-Fingerprinting) fusioniert.

Navigationshilfe für den öffentlichen Nahverkehr

Die mobile Navigationshilfe »ROSE« der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg kombiniert Fußgängernavigation mit positions- und zeitabhängiger Verbindungssuche. ROSE zeigt Fahrgästen den Weg zur Haltestelle und stellt Informationen über die zu benutzenden Verkehrsmittel und Umsteigemöglichkeiten zur Verfügung. Für die Positionsermittlung kommt die autarke WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS zum Einsatz und ergänzt damit GPS im innerstädtischen Bereich und in Gebäuden. Damit ist eine Lokalisierung nicht nur in engen Gassen sondern auch in Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen möglich.

Lokale Webserver

Die Münchner Firma INDIWAN vertreibt kostengünstige Webserver, die lokal Dienste und Applikationen z. B. für Smartphones oder Tablet-PCs bereitstellen. Dabei handelt es sich sozusagen um offene WLAN-Zugangspunkte, die dem Nutzer im Zugriffsbereich Zugang zu gespeicherten Informationen oder Programmen gewähren. Diese ortsbezogenen Leistungen können durch die Kombination mit der awiloc-Lokalisierungstechnologie zielgerichteter angeboten werden.

Ortung in Ad-hoc-Netzen

Mit dem EU-Forschungsprojekt IMSK soll die Sicherheit von Personen bei Veranstaltungen erhöht werden. Dafür realisiert das Fraunhofer IIS eine mobile Ad-hoc-Kommunikation mit der dazugehörigen Netzwerkstruktur und Lokalisierungskomponente. Um auch Sicherheits- und Einsatzkräften eine Lokalisierung in solchen Ad-hoc-Kommunikationsnetzen zu ermöglichen, wird an Algorithmen gearbeitet, die eine relative Ortung zu definierten Punkten erlauben (z. B. andere Einsatzkraft oder Infrastrukturknoten mit bekannter Position). Unterstützt werden kann dies durch eine WLAN-basierte Bewegungsdetektion.

Lokalisierung in industriellen Umgebungen

Industrielle Anwendungen reichen von der Staplerortung für die genaue und vollautomatische Verfolgung von Paletten und Waren bis zur Positionsbestimmung von mobilen Bedienterminals in der Produktion. Die mit der Firma SEP LOGISTIK realisierte Staplerlokalisierung über WLAN ermöglicht z. B. eine verbesserte Warenverfolgung. Hier sind spezielle Anforderungen wie die sich stark ändernden Umweltbedingungen durch eine spezielle Auslegung der Algorithmik berücksichtigt worden.

Lokalisierung im digitalen Zuhause

Speziell für drahtlose Heimnetze wurde eine Anpassung der WLAN-Lokalisierung vorgenommen, die es dem Nutzer von Multimediageräten erlaubt, automatisch seine Medien an der räumlich nächstgelegenen Wiedergabeeinheit, z. B. einem Fernseher abzuspielen.