awiloc®

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

Anwendungen

In der Testumgebung zur WLAN-Lokalisierung werden verschiedene Anwendungen auf Ihren späteren Einsatz hin erprobt. Nachfolgend werden einige ortsabhängige Dienste kurz beschrieben.

Individuelle Museumsführung im Museum Industriekultur

Die Besucher des Museums Industriekultur in Nürnberg können seit 2011 die Ausstellung auf ganz besondere Art erkunden. Ein mobiles Multimedia-Führungssystem bietet vertiefendes Hintergrundwissen an – abgestimmt auf den jeweiligen Standort des Besuchers.


 

Stadtnavigationssystem

Die Anwendung »Mobile WALK« der IT2media GmbH startete 2009 als GPS-unabhängige Lokalisierung für die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen. Neben Innenstadtkarten können in Abhängigkeit vom eigenen Standort z. B. nächstgelegene Geschäfte und Restaurants, aber auch Banken oder Krankenhäuser mit Hintergrundinformationen auf dem eigenen Handy angezeigt werden. Basis für die Ortung ist die autarke WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS.

Messenavigator

Mit der Messe Frankfurt wurde der Service »NaviScout« realisiert. Dabei handellt es sich um einen elektronischen Messeführer mit kontinuierlicher WLAN-Lokalisierung. Besucher können mit »NaviScout« ihre persönliche Ausstellerliste zusammenstellen und sich gezielt zu den ausgewählten Ständen führen lassen. Dabei ermöglicht die WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS sowohl auf dem Freigelände als auch in den Messehallen eine Orientierung auf wenige Meter genau.

Optimierung regionaler Entfluchtungen

2009 startete das Forschungsprojekt REPKA des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Simulation von Szenarien zur Evakuierung von Regionen. Die Optimierungs- und Simulationsmodelle des Projekts werden durch die anonymisierte Erfassung von Echtzeit-Ortsinformationen von Personen besonders realitätsnah. Die WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS ist deshalb ein zentraler Baustein. Für eine sehr robuste Lokalisierung wird sie mit satellitengestützter Lokalisierung (GPS) und Lokalisierung in Mobilfunknetzen (GSM-Fingerprinting) fusioniert.

Navigationshilfe für den öffentlichen Nahverkehr

Die mobile Navigationshilfe »ROSE« der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg kombiniert Fußgängernavigation mit positions- und zeitabhängiger Verbindungssuche. ROSE zeigt Fahrgästen den Weg zur Haltestelle und stellt Informationen über die zu benutzenden Verkehrsmittel und Umsteigemöglichkeiten zur Verfügung. Für die Positionsermittlung kommt die autarke WLAN-Lokalisierung des Fraunhofer IIS zum Einsatz und ergänzt damit GPS im innerstädtischen Bereich und in Gebäuden. Damit ist eine Lokalisierung nicht nur in engen Gassen sondern auch in Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen möglich.

Lokale Webserver

Die Münchner Firma INDIWAN vertreibt kostengünstige Webserver, die lokal Dienste und Applikationen z. B. für Smartphones oder Tablet-PCs bereitstellen. Dabei handelt es sich sozusagen um offene WLAN-Zugangspunkte, die dem Nutzer im Zugriffsbereich Zugang zu gespeicherten Informationen oder Programmen gewähren. Diese ortsbezogenen Leistungen können durch die Kombination mit der awiloc-Lokalisierungstechnologie zielgerichteter angeboten werden.

Verbesserte Positionsbestimmung für Notruf- und Hilfesystem

Lokalisierungs- und Navigationsdienste verknüpft die österreichische TeleConsult Austria mit Informations- und Kommunikationsfunktionen. Unter anderem bieten sie das Not- und Hilferufsystem MODIS® an. Es versendet auf Knopfdruck ein Notfallsignal an den Betreuungs-/ Rettungsdienst oder die Angehörigen des Trägers. Die WLAN-Lokalisierung soll hierbei die GPS-basierte Positionsbestimmung ergänzen, die in den engen Gassen der Fußgängerzonen oder im Indoor-Bereich, beispielsweise bei U-Bahn-Stationen, an ihre Grenzen stößt.