Umgebungsmodelle
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
Umgebungsmodelle
Lokalisierungstechnologien berechnen ihre Position in einem bestimmten Koordinatensystem. Der Mensch kann mit den berechneten Koordinaten oft zunächst nichts anfangen und benötigt zusätzliche Bezugsinformationen. Durch Visualisierung der berechneten Position auf einer Kartengrundlage kann der nötige Bezug geschaffen werden. Oft sind auch beschreibende Informationen wie „Ich befinde mich im Nürnberger Rathaus“ viel aussagekräftiger als reine geometrische Koordinaten. Umgebungsmodelle dienen dem Zweck Bezuginformationen für Softwareanwendungen bereitzustellen, die sich mit dem Thema Lokalisierung beschäftigen. Zunächst muss die Realität möglicht genau in einem Umgebungsmodell nachgebildet werden.
Am Fraunhofer IIS wurde ein Umgebungsmodell entwickelt, das die 3-dimensionale virtuelle Nachbildung von Städten und Gebäuden ermöglicht. Dies geschieht in der Regel durch die Definition hierarchisch eingeschachtelter logischer Einheiten, die ein geometrische Form und Position im jeweils verwendeten Koordinatensystem besitzen. Neben dem implizit definierten Namen können die modellierten logischen Einheiten auch beliebige anwendungsspezifische Daten für Lokalisierungsanwendungen bereitstellen. So können beispielweise Informationen zu Points-of-Interests (z. B. Apotheken oder Geldautomaten) direkt im Umgebungsmodell verankert werden. Die Kenntnis der Umgebung kann sich auch verbessernd auf die Genauigkeit der Lokalisierungsanwendung auswirken, da berechnete Positionen, die sich beispielsweise in Wänden befinden würden, auf die nächst mögliche betretbare Position abgebildet werden (Map-Matching). Die Kenntnis von unbetretbaren Bereichen bzw. Übergangs-Bereichen ermöglicht es Lokalisierungssystemen optional Routenplanungen durchzuführen, um von der berechneten Position an ein logisches Zielobjekt zu führen.



Lesezeichen setzen bei