Radio-Frequency Identification RFID
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
RFID in der Zahnspange
Ein Interview mit Ingenieur Tobias Dräger
Lea/Melissa: Was ist RFID?
Tobias Dräger: RFID ist etwas Ähnliches wie die Strichcodes, nur dass hier Informationen drahtlos über Funk und nicht mit Licht ausgelesen werden. RFID-Tags befinden sich z. B. im Geschäft an Kleidung oder auf CD-Schachteln, um sie vor Diebstahl zu schützen.
Im Innenleben eines RFID-Etiketts befinden sich ein RFID-Chip und Kupferantennen, die man sich als Leitungen vorstellen kann. Diese leiten die Signale vom Lesegerät zum Chip und dienen auch zur Übertragung der Antworten des Etiketts, die dann am Lesegerät abgelesen werden können. RFID dient dazu, Daten per Funk auszulesen. Im Innenleben eines RFID-Chips befinden sich Kupferantennen, die man sich als Leitungen vorstellen kann. Diese leiten die Daten, die dann abgelesen werden können.
Lea/Melissa: Wird RFID schon häufig angewendet und hat es Zukunft?
Tobias Dräger: Es wird immer noch häufiger der Strichcode angewendet, da dieser billiger ist als die neue RFID-Technik. In bestimmten Bereichen aber ist RFID praktischer als der Strichcode, z.B. wenn man mehrere Etiketten auf einmal ablesen möchte oder die Etiketten schwer zugänglich sind.
Lea/Melissa: Gibt es auch Probleme bei RFID?
Tobias Dräger: Ja. Die Funktion des RFID ist kompliziert, da das Signal erst hin und zurück geleitet werden muss. Wenn kein Empfang da ist, kann der Kontakt abreißen. Wenn zu viele RFID-Tags gleichzeitig sende,n können diese sich ablenken oder stören.
Wie wird man Ingenieur?
Lea/Melissa: Was braucht man für einen Abschluss oder Ausbildung um in Ihrem Beruf arbeiten zu können?
Tobias Dräger: Ich habe Abitur gemacht und danach Elektrotechnik studiert. Hier bei Fraunhofer haben fast alle studiert, auch Physik, Mathematik oder Informatik.
Lea/Melissa: Geht das auch ohne Abitur?
Tobias Dräger: Schwierig. Manche haben den Techniker und haben sich weiter gebildet, manche haben auch das Fachabitur.
Lea/Melissa: Macht Ihnen Ihre Arbeit Spaß?
Tobias Dräger: Ja, meistens (lacht). Es ist zwar manchmal anstrengend, aber danach freut man sich um so mehr, wenn etwas klappt.
Wo bleiben die Frauen?
Lea/Melissa: Wie stehen Sie dazu, dass es so wenige Frauen in ihrem Beruf gibt? Finden Sie, dass Ihr Beruf ein Männerberuf ist?
Tobias Dräger: Eigentlich ist es seit vielen Jahren so ein typischer Männerberuf. In meinem Studiengang gab es drei Frauen unter 120 Männern. Inzwischen studieren mehr Frauen Elektrotechnik und sie können es genauso gut wie Männer. Aber immer noch bekommen kleine Jungs zum Spielen Lego und Baukästen, während die Mädchen mit Barbies spielen. Da sieht man, dass Jungs schon in jungen Jahren auf Männerberufe getrimmt werden.
Lea/Melissa: Gibt es etwas, worauf Sie stolz sind?
Tobias Dräger: Ja, ich habe eine herausnehmbare Zahnspange entwickelt, in der ein Wärmefühler in einem Chip eingebaut ist. So kann der Zahnarzt mit einem Ablesegerät erkennen, wie oft die Zahnspange getragen wurde. Allerdings wird es noch länger dauern, bis diese Zahnspange auf den Markt kommt, da alles Medizinische erst klinisch getestet werden muss.
Interview von Lea Römisch und Melissa Winkler, 9. Klasse



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