Schlaf-Home-Monitoring

Durch das neue System kann der Patient zu Hause und weitgehend ohne Betreuung durch medizinisches Fachpersonal – außer bei der Befundung – eine schlafdiagnostische Untersuchung durchführen.

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BFS-Projekt Schlaf-Home-Monitoring

Im Projekt »Schlaf-Home-Monitoring«, das von der Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) gefördert wurde, stand die Entwicklung eines portablen Schlaflabors im Zentrum. Schlafstörungen treten in zahlreichen Varianten auf. Aufgrund der Komplexität des Krankheitsbildes ist beim heutigen Stand der Technik eine Untersuchung in einem Schlaflabor für eine Differentialdiagnostik erforderlich. Durch das neue System kann beim Patienten zu Hause eine schlafdiagnostische Untersuchung durchgeführt werden.

Da das Krankheitsbild »Schlafstörung« zahlreiche Ursachen und Ausprägungen aufweisen kann, müssen für eine erfolgreiche Differentialdiagnostik entsprechend viele Vitalparameter erfasst werden. Dazu zählen Ableitungen der Hirn- (EEG), Herz- (EKG), Augen- (EOG) und Muskelableitungen (EMG), Blutsauerstoffsättigung, Atmung und Lage des Patienten. Insgesamt werden bis zu 24 Parameter erfasst und müssen anschließend durch geschultes Personal ausgewertet werden. Der gleiche Aufwand entsteht während der anschließenden Therapie, wenn in halbjährlichen Routineuntersuchungen der Therapieerfolg verifiziert werden muss oder gegebenenfalls aufgrund des veränderten Gesundheitszustands eine Adaption der Therapie erforderlich wird.

In Folge der zahlreichen Sensoren müssen am Patienten entsprechend viele Kabel und Messaufnehmer verteilt werden. Dabei erfordert auch das Anlegen der Sensoren eine adäquate Ausbildung. Zudem sind immer mehr Mediziner der Auffassung, dass durch den hohen apparativen Aufwand und die ungewohnte Umgebung der Schlaf des Patienten beeinträchtigt wird, was die Messergebhnisse in ihrer medizinischen Relevanz beeinflusst.

Projektziele

SomnoSENS® – Schlaf-Home-Monitoring
© Foto Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs

SomnoSENS® – Schlaf-Home-Monitoring

Ziel des BFS-Projekts »Schlaf-Home-Monitoring« war die Entwicklung eines kompakten Geräts, das die oben genannten Nachteile weitgehend vermeidet, aber dennoch von Medizinern akzeptiert wird, da es ihnen ähnlich zuverlässige Diagnosen ermöglicht.

Eine der wesentlichen Zielvorgaben bestand entsprechend in der Reduktion der Komplexität des Gerätes, damit der Patient es sich zu Hause selbst anlegen kann, und in der Steigerung des Komforts, indem der Patient sich ohne Kabellösen und -wiederverbinden vom Bett entfernen kann.

Durch das neue System kann der Patient zu Hause und weitgehend ohne Betreuung durch medizinisches Fachpersonal – außer bei der Befundung – eine schlafdiagnostische Untersuchung durchführen. Dies hilft, einerseits die Kosten solcher Untersuchungen drastisch zu senken und andererseits die für die Patienten mitunter lebensgefährlichen Wartezeiten zu vermeiden, da mit diesem System schlafdiagnostische Untersuchungen von jedem Hausarzt durchgeführt werden können.

Technik

Dienstleistungen Klinische Studien Schlaflabor
© Foto Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs

Dienstleistungen Klinische Studien Schlaflabor

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde einerseits die Anzahl der Sensoren auf vier externe und einen internen reduziert, was den Verkabelungsaufwand minimiert, und andererseits werden die Daten drahtlos – mittels Bluetooth – von der Körpereinheit zur Hausbasisstation übertragen.

Um die aufgenommenen Vitalparameter von der Patientenwohnung zum betreuenden Arzt zu übertragen, wurde eine Client-Server-Infrastruktur geschaffen. Diese besteht aus den Komponenten Hausbasisstation, Server und einem (oder mehreren) Ärzte-Terminals. Die Datenübertragung zwischen den einzelnen Komponenten erfolgt verschlüsselt und erfordert eine Autorisierung, womit den Anforderungen aus dem Datenschutzgesetz an den Umgang mit den sensiblen Patientendaten Rechnung getragen wird.

Weitere Informationen

Broschüre

Medizinische Kommunikation und Biosignalverarbeitung

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