Emotionssensitive Robotik für die Therapie

Der Roboter als physischer Interaktionspartner und Förderinstrument

Was bei den meisten Menschen ganz unbewusst geschieht, stellt autistische Kinder vor eine große Herausforderung: Die Emotionen des Gegenübers richtig erkennen, interpretieren zu können und darauf entsprechend zu reagieren.

Ziel des Verbundprojektes ERIK ist daher die Entwicklung einer Roboterplattform, die neue Interaktionsstrategien in der Therapie von Kindern mit eingeschränkten sozio-emotionalen Fähigkeiten, wie bspw. Kindern mit Autismus, aufgreift.

Unser Lösungsansatz:

  • Integration sensorbasierter Emotionserkennung auf Basis von Mimik, Sprache und physiologischer Signale
  • Schaffung einer neuartigen Kind-Roboter-Interaktion mittels mehrerer therapeutischer Interaktionsansätze
  • Steigerung der Kommunikationsfähigkeit autistischer Kinder durch spielerisches Training und positives Bestärken (z.B bei Lernerfolgen)

Echtzeitfähige Sensorik zur Puls-, Mimik- und Spracherkennung für mehr soziale Interaktion im Alltag

Durch das direkte Echtzeitfeedback des Roboters lernen die Kinder, die Gefühle anderer richtig einzuschätzen und sich auch ihrer eigenen Emotionen bewusst zu werden. Als Grundlage hierfür dienen sowohl robuste, videobasierte Verfahren zur Gesichtsanalyse als auch die multimodale Analyse und Auswertung von Biosignalen mittels optischer Pulserfassung.

Perspektive

Durch das geplante offene Framework und Interfacedesign der Plattform sind auch andere Anwendungsfälle denkbar, wie bspw. Gruppentherapien oder die Behandlung von Demenzkranken.  

Chancen und Risiken der Mensch-Maschine-Interaktion

In dem Projekt ERIK werden sowohl die Richtlinien des europäischen Datenschutzgesetzes (EU-DSGVO) als auch ethisch-soziale Aspekte (ELSI) hinsichtlich der Zielgruppe Kinder berücksichtigt und fließen in den gesamten Arbeitsprozess mit ein.

Übersicht über die Projektpartner und die Förderung durch das BMBF

Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 16SV7945K gefördert und hat eine Laufzeit von 3 Jahren (08/2018-08/2021). Neben dem Fraunhofer IIS mit seinen Bereichen »Smart Sensing and Electronics« und »Supply Chain Services« sind die Humboldt-Universität zu Berlin, die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, die audEERING GmbH und die ASTRUM IT GmbH als Projektpartner beteiligt.