Spielerisch trainieren auch mit Handicap

© Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs
Gemeinsam mit Contergangeschädigten und Forschungspartnern hat das Fraunhofer IIS ein IT-basiertes Fitness-Spiel entwickelt, das Spaß macht.

IT-basiertes Fitness-Spiel unterstützt Menschen mit Behinderung spielerisch bei motorischen Übungen.

Videospiele mit Sportanwendungen gibt es viele. Wissenschaftler des Fraunhofer IIS entwickelten mit Partnern im Projekt akrobatik@home, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, ein Adventure-Fitness-Spiel und verschiedene Assistenzsysteme für körperlich geschädigte Menschen. Das Videospiel fördert Ausdauer, Koordination und Konzentration
und gleichzeitig wird die Motorik angeregt.

Die Wissenschaftler der Abteilung Bildverarbeitung und Medizintechnik des Fraunhofer IIS entwickelten als wichtiges Bedienelement für das Fitness-Spiel ein intelligentes Schulterkissen. Die Experten des Fraunhofer IIS integrierten zahlreiche Sensoren, die die Bewegungen des Oberkörpers eines Spielers erfassen. Die Sensoren erfassen sowohl vertikale und horizontale als auch rotierende Bewegungen. Mit diesen Bewegungen steuert der Spieler einen Avatar im Fitness-Spiel. Dabei werden seine Bewegungsdaten über Blutooth übertragen, verarbeitet und zurück auf den Avatar des Fitness-Spiels übertragen. Großer Vorteil: Der Patient trainiert durch das Spiel motiviert viel häufiger die Übungen als ohne diesen Stimulus.

Alle Entwickler des Projekts haben von Anfang an diejenigen Menschen, die diese Technik später nutzen sollen, mit in den Gestaltungsprozess eingebunden. Contergan-geschädigte Menschen waren bereit, ihre Bewältigungsstrategien im Alltag darzulegen, um gemeinsam passende technische Assistenzsysteme zu entwickeln.

Die hohe Akzeptanz des Fitness-Spiels bei der Nutzergruppe motiviert auch die Forscher. Als nächste Schritte werden sie die Sensorik unauffällig in Kleidung integrieren und das Fitness-Spiel auch für andere Plattformen bereitstellen.