Wir haben den Röntgenblick – und zwar in XXL

17. August 2014 07:39 von Julia Rupprecht

Eigentlich vermutet man diese Fähigkeit eher bei Superhelden aus dem Comic-Universum. Doch wir können das ebenfalls: Mit einem Blick durchleuchten wir riesige Objekte, ganze Container, Flugzeugteile und Fahrzeuge, bis in den letzten Winkel und die feinsten Feinheiten hinein – und das ohne, dass wir sie öffnen oder zerlegen müssen. An unserem Standort in Fürth-Atzenhof steht seit März 2013 der europaweit größte Computertomograph. Er besteht aus zwei acht Meter hohen Stahltürmen und einem drei Meter breiten Drehteller in einer 400 Quadratmeter großen Halle mit 14 Metern Deckenhöhe. Und in dieser XXL-Röntgenumgebung, gesichert von meterdickem Beton, durchleuchten wir große und übergroße Objekte für unsere Partner und Kunden.

Ein tolles Projekt der letzten Zeit haben wir mit dem Automobilhersteller Audi umgesetzt. Heraus kam eine faszinierende, visuelle Reise durch einen Audi A1 hindurch, die Sie sich im Film oben ansehen können.

Warum solche Komplettscans großer Objekte sinnvoll sind? Weil diese Art der Prüfung nicht nur Zeit sondern auch Kosten spart, da wir schnell und vor allem ohne dass wir die Objekte vorher zerlegen müssen, verschiedene Prüfungen durchführen können. So erkennen wir etwa, ob das Auto zu 100 Prozent richtig montiert wurde. Nils Reims, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Fürth, resümiert: »Mit einer effektiven Auflösung unter 0,8 Millimetern an großen Objekten haben wir die Möglichkeit, selbst kleinste Defekte zu erkennen. Wir arbeiten bereits daran, die Detailerkennbarkeit zu verdoppeln«. Unsere Ausstattung ermöglicht zudem die Qualitätskontrolle von Objekten, die mit Hilfe herkömmlicher Technik bislang nur bedingt oder gar nicht überprüft werden konnten. Wir haben mittlerweile schon Container durchleuchtet oder einen kompletten Bagger. Dr. Michael Böhnel erklärt uns: »Es ist wirklich faszinierend, dreidimensionale Daten von derartig großvolumigen Objekten erzeugen zu können. Das ist schon echt etwas Besonderes und eine wissenschaftlich-technologische Herausforderung der besonderen Art!«

Und so funktioniert die Anlage: Das Prüfobjekt wird auf dem Teller mit drei Metern Durchmesser platziert. Die Strahlenquelle und der Detektor fahren während einer Messung synchron auf und ab. Dabei wird das Objekt zeilenweise abgetastet. Daraus ergeben sich einzelne Projektionen. Anschließend drehen wir das Objekt mithilfe des Drehtellers und wiederholen die Aufnahmeprozedur. Im Laufe der Messung erhalten wir so einen ganzen Satz an Projektionen aus verschiedenen Durchstrahlungsrichtungen. Diese bauen wir im Anschluss mit Hilfe eines Computerprogramms zu einem dreidimensionalen Volumendatensatz zusammen und rekonstruieren damit das gesamte Objekt – wie etwa den Audi A1.

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