Digitalisierung macht das Leben auf dem Dorf noch attraktiver

Mitarbeitende des Fraunhofer IIS befragten in der Oberpfalz Bürgerinnen und Bürger nach ihren Ideen für einen mobilen Dorfladen.

Zur Bürgerbefragung vor Ort fuhr ein Team des Fraunhofer IIS von Nürnberg aus in Richtung Osten nach Reuth bei Erbendorf in der Oberpfalz. Dabei waren Annemarie Wojtech, Gruppenleiterin Markt Intelligence, Alexander Gabber, wissenschaftliche Hilfskraft und Peter Heusinger, Gruppenleiter Prozessmanagement und Gebäudeautomatisierung.

Nach einer guten Stunde Fahrt näherten sie sich ihrem Ziel und waren sich einig: »Ist das schön hier!« In der hügeligen Landschaft sahen sie Weiher und weite Felder, die Strecke führte durch alte Alleen und hübsche rausgeputzte Dörfer. Allerdings gab es wenige Geschäfte. »Was kann man dem zunehmenden Ladensterben auf dem Land entgegenhalten?« Dieser Frage wollten sie nachgehen.

In Reuth fand an diesem Tag das Bürgerfest statt. Auf einem begrünten Platz vor dem Schloss standen Buden und Biertische, plätscherte ein Brunnen und spielten Kinder. Zahlreiche Einheimische saßen bereits zur Brotzeit zusammen. Die Fraunhofer-Leute bauten ihren Stand auf, und dann ging’s an die Arbeit.

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Der mobile Dorfladen kopoprdiniert Geld- und Warenfluss in der Region.

Bei der Befragung auf dem Reuther Bürgerfest, v.l.: Peter Heusinger, Alexander Gabber, Annemarie Wojtech und Martin Schmid.

Der mobile Dorfladen soll Bürger und Erzeuger in der Region vernetzen

 

Im Forschungsprojekt »Digitales Dorf« wollen die Forscher mit Hilfe von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien die Versorgung ländlicher Räume verbessern. Bei einem Wettbewerb konnten Gemeinden ihre Ideen einbringen; für das Projekt ausgewählt wurde die Steinwald-Allianz, ein kommunaler Zweckverband aus 16 Gemeinden im Landkreis Tirschenreuth, mit ihrem Vorschlag des mobilen Dorfladens.

Martin Schmid, Projektleiter der Steinwald-Allianz erklärt dazu: »Im Digitalen Dorf Steinwald-Allianz soll ein mobiler Dorfladen entwickelt werden. Er vernetzt Bürger, Erzeuger aus der Region und einen bestehenden Laden. Ein Verkaufsfahrzeug mit einem bestimmten Sortiment soll Gemeinden der Steinwald-Allianz ohne Nahversorgungsangebote nach einer bestimmten Route anfahren. Dafür nutzen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung, z. B. eine digitale Plattform zum Bestellen, die Lokalisierung des Fahrzeugs und eine dynamische Routenplanung.«

 

Der Laden ist Anlaufstelle für alle

 

Die Forscher befragten also Reutherinnen und Reuther vor Ort danach, wie sie sich einen mobilen Dorfladen vorstellen. Peter Heusinger führt dazu weiter aus: »Der Kern des Vorhabens der Oberpfälzer Steinwald-Allianz ist eine digitale Plattform, die Kunden, Betreiber und Erzeuger miteinander vernetzt, Daten austauscht und Touren plant. Daran angeknüpft werden weitere Angebote, wie z.B. eine Wohn- und Technikberatung für selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu Hause. Kern und zentrale Anlaufstelle stellt der örtliche Laden dar.«

Am späten Nachmittag legen die Teammitglieder eine Pause ein. Sie stärken sich mit frisch gebratenen Zanderstreifen aus der Region, und Annemarie Wojtech zog Bilanz: »Wir haben eine Menge Antworten gesammelt. Super, dass die Leute bereit waren mitzugestalten. Da sind echt gute Ideen dabei. Wir werden die Daten gründlich analysieren und auswerten.«

Das Team baute den Stand ab, verabschiedete sich von Werner Prucker, dem Bürgermeister von Reuth, und dann ging’s zurück nach Nürnberg.

Die erste Umsetzung wesentlicher Projektinhalte ist bis Mitte 2018 geplant. Und dann wird weitergeforscht. Der mobile Dorfladen ist nur eine Möglichkeit das Leben auf dem Land attraktiv zu halten. Es warten noch viele andere Ideen, z.B. eine rollende Arztpraxis, oder ein Co-Working Space. Vielleicht finden die Forscher ja sogar übergreifende Lösungen, von denen auch andere Gemeinden und Regionen profitieren können.

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