Vielversprechende Ergebnisse – Einfluss durch Strahlung denkbar
Die ersten Ergebnisse aus dem Experiment sind vielversprechend: Je mehr Nematoden im Substrat waren, desto größer wurde das Wurzelvolumen – ein Hinweis auf die von den Fadenwürmern verursachten Wurzelgallen. Dies konnte mit Hilfe der Röntgen-CT festgestellt werden, ohne die Pflanzen zu beschädigen. Zudem wies die nicht bestrahlte Pflanzengruppe eine höhere Nematodendichte auf. »Das deuten wir als erstes Anzeichen dafür, dass die Bestrahlung den Befall beeinflussen kann«, weiß Steinert. Auch das beteiligte JKI ist von den Ergebnissen überzeugt. Das Institut schlug vor, das Experiment unter gleichen Bedingungen zu wiederholen, um die Ergebnisse zu validieren und damit auch die eigene Forschung voranzutreiben. Dabei ist insbesondere von Interesse, wie sich die Strahlung tatsächlich auf die Nematoden auswirkt und ob sich der Effekt je nach Häufigkeit der Bestrahlung ändert. Die einzigartige Klimakammer in Merkendorf bietet dafür beste Bedingungen.
Für Saatgutzüchter ist die neue Methode besonders interessant: Statt Pflanzen händisch auszugraben, könnten sie Nematodenbefall künftig frühzeitig und automatisiert per Röntgen-CT des Fraunhofer IIS bestimmen lassen. Perspektivisch soll die Untersuchung auf weitere Kulturpflanzen übertragen und in Zusammenarbeit mit dem JKI um eine Hyperspektralanalyse erweitert werden. Dass es in Merkendorf gelungen ist, nicht nur die Stärke eines Befalls, sondern auch die Auswirkungen auf die Wurzeln zu erfassen, ist laut Steinert einmalig. »Wir gehören damit zu den Vorreitern in der Entwicklung«, sagt sie.