Entwicklung von Geschäftsmodellen in der digitalen Welt

Case Study liefert konkrete Anforderungen für den Veränderungsprozess

Die Digitalisierung stellt für Industrieunternehmen einen Paradigmenwechsel dar. Nach der Mechanisierung, Industrialisierung und Automatisierung wird nun die Vernetzung von Produkten durch eingebettete Technologien intensiv betrachtet. Im Vordergrund stehen dabei aber nicht mehr die Produkte sondern die Verarbeitung und Verwertung von Daten bzw. Informationen. Unternehmen wissen dabei aber nicht immer genau, was sich in ihrem Geschäftsmodell verändern kann und wie sie am besten in Richtung »digitale Welt« voranschreiten sollen. Fraunhofer SCS beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Transformation von Unternehmen und deren Geschäftsmodellen in der digitalen Welt. In einer Case-Study wurden Experten aus der Praxis zu ihren Erfahrungen befragt und zentrale Anforderungen an die Unternehmen abgeleitet sowie erste Lösungsansätze entwickelt.

Führungskräften aus den Bereichen Automobil&Maschinenbau, dem verarbeitenden Gewerbe, der IT&Telekommunikation sowie dem Einzelhandel gaben in 60 bis 120-minütigen Interviews Antworten auf folgende Fragen:


1. Was charakterisiert ein Geschäftsmodell in der digitalen Welt?
2. Wie entwickeln Unternehmen diese Geschäftsmodelle?
3. Welche Treiber und Herausforderungen treten bei dem Veränderungsprozess auf?

 

Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle Unternehmen sind sich einig, dass ein Geschäftsmodell die Grundlogik eines Unternehmens widerspiegelt. Eine Beschreibung des Konstrukts erfolgt häufig durch die Aufzählung von Elementen: Werteversprechen, Kunden, Wertschöpfungskonfiguration und Erträge gehören laut den Befragten zu den zentralen Bestandteilen.
Aus den Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass die Digitalisierung auf diese Elemente Einfluss ausübt. Datenbasierte Services, B2B2C-Plattformen genauso wie die Kooperation mit branchenfremden Unternehmen sind nur einige Beispiele, die die neuen Charakteristika von Geschäftsmodellen in der digitalen Welt darstellen. Zusätzlich müssen zukünftige Marktgegebenheiten, wie neue Marktbegleiter, Technologien oder Gesetzesänderungen kontinuierlich untersucht werden. Insbesondere die immer kürzeren Entwicklungszyklen von Produkten und Technologien sowie daran angelehnt neue Kundenbedürfnisse, zwingen Unternehmen sich in immer kürzerer Zeit zu verändern.

 

Welcher Weg führt zum digitalen Geschäftsmodell?

Bei der Entwicklung dieser Geschäftsmodelle durchlaufen die meisten Unternehmen einen vierstufigen Prozess. Eingangs entwickeln Unternehmen eine (Digitalisierungs-)Strategie. Es folgt die Analyse der externen und internen Einflussfaktoren. Daraufhin werden neue Ideen gesammelt und bewertet. Abschließend implementieren Unternehmen die erfolgversprechendsten Produkte und Services. Ungefähr die Hälfte der Befragten gab an, parallel dazu Innovationszentren oder Labs zu gründen und für den Innovationsprozess zu nutzen. Ziel ist es dabei, neue Ideen, die nicht dem eigentlichen Kerngeschäft entsprechen, freien Raum zu lassen und zu pilotieren. Dabei verläuft der Prozess nicht ohne Schwierigkeiten: Ungewissheit über technologische Entwicklungen, Identifikation von Kundenbedürfnissen, Bewertung von neuen Geschäftsmodellen, veränderte Wettbewerbssituation oder der Aufbau eines Ökosystems zählen zu den meist genannten Herausforderungen. Auf der anderen Seite stellen Neugierde, Ängste von noch nicht sichtbaren Wettbewerbern überholt zu werden, Anweisungen der Geschäftsleitung oder unternehmensinterne Verbesserungspotentiale Treiber der Digitalisierung dar.

 

Konkrete Anforderungen an ein Geschäftsmodell in der digitalen Welt

Aus diesen Ergebnissen ließen sich abschließend mehrere Anforderungen ableiten, die es bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen zu beachten gilt. Beispielsweise müssen agile Methoden für das schnelle Umsetzen von Ideen herangezogen werden. Die Integration des Kunden in den Leistungserstellungsprozess sowie der Aufbau eines Ökosystems mit den richtigen Partnern gehört zu den elementaren Bestandteilen. Der richtige Umgang mit Daten durch Mensch und Technik zählt ebenfalls zu den hergeleiteten Anforderungen.

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