Wie Musikgeschichte »konserviert« wurde

© Fraunhofer IIS

Röntgenaufnahme eines »Hamburger Cithrinchens«.

Über 100 historisch bedeutende Musikinstrumente mittels 3D-Computertomographie digitalisiert.

In den vergangenen drei Jahren haben wir am Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT Musikgeschichte »konserviert«. In Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und dem Lehrstuhl für Röntgenmikroskopie (LRM) an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurden im Rahmen des Forschungsprojekts »MUSICES« mehr als einhundert historisch bedeutsame Musikinstrumente digitalisiert.

Die dreidimensionalen Röntgenbilder enthalten Informationen über die Herstellungsweise, verborgene Strukturen des Klangkörpers oder die verwendeten Materialien. Aber auch über unerkannte Schäden wie Risse, gelöste Leimungen oder Wurmlöcher. Für Fachkräfte im Bereich Restauration, Musik, Museumspädagogik und Instrumentenbau sind diese Informationen von unschätzbarem Wert. Bislang gab es keine Messstandards, wie alte Musikinstrumente am besten per Computertomographie dreidimensional erfasst werden sollen. Hierfür entwickelten wir Richtlinien, sodass Museen künftig weltweit Instrumente unterschiedlichster Klassen digitalisieren können. Ein Großteil der Museumssammlungen lagert in Kellern, da es an Ausstellungsflächen fehlt.

Durch die Digitalisierung mit Computertomographie wird man in der Lage sein, die Bestände für alle zugänglich zu machen.