ADA-Center

Analytics, Daten und Anwendungen – Pläne zu einer einmaligen Forschungsinfrastruktur zur Unterstützung der bayerischen Wirtschaft

Daten gelten als der Rohstoff der digitalen Welt. Die Beherrschung dieser Daten, deren Analyse und Auswertung sind für Unternehmen bereits jetzt und zukünftig von zentraler Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Entwicklung von Modellen und Methoden einerseits und die Ausbildung von entsprechenden Nachwuchskräften andererseits kann nur in engem Kontakt zwischen Wissenschaft und Industrie erfolgen. Das Fraunhofer IIS möchte diesen Bedarf aufgreifen und gleichzeitig seinen Forschungsschwerpunkt »kognitive Sensorik« erweitern.  

Dabei will es eng mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, vor allem mit Prof. Dr. Alexander Martin (Wirtschaftsmathematik) sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München und weiteren bayerischen Universitäten kooperieren.

Im Industrie- und Forschungsumfeld des Fraunhofer IIS sind die besten Voraussetzungen für dieses Vorhaben gegeben. Das ADA-Center soll Unternehmen nachhaltige Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse bieten, wie zum Beispiel kürzere Reaktionszeiten auf sich ändernde Prozesse oder Kundenbedarfe, höhere Entscheidungsqualität, neue Geschäftsfelder und -modelle für datengetriebene Dienstleistungen sowie direkten Zugriff auf Neuentwicklungen und gut ausgebildete Nachwuchskräfte. 

Mit dem ADA-Center kann eine einmalige, in dieser Form in Deutschland noch nicht vorhandene Forschungsinfrastruktur zur Unterstützung der bayerischen, vor allem mittelständischen Wirtschaft geschaffen werden. Gleichzeitig liegt darin das enorme Potenzial, Bayern zu einem international sichtbaren Leuchtturm auf diesem Gebiet zu entwickeln.

Die Namensgeberin: Ada Lovelace

Ada Lovelace gilt als Entwicklerin des ersten Computerprogramms, die bereits im 19. Jahrhundert Vorüberlegungen zur möglichen künstlichen Intelligenz von Maschinen anstellte.

© Foto Hulton Archive / Wikimedia Commons

Ada Lovelace gilt als Visionärin auf dem Gebiet der Informatik. In ihren schriftlichen Überlegungen zu Charles Babbages Plänen einer »Analytical Engine« entwickelte sie ein Vorgehen zur Berechnung der Bernoulli-Zahlen, das als erstes formales Programm gilt. Zudem erkannte sie, dass Babbages Konstruktion zu mehr als nur der Durchführung einzelner arithmetischer Operationen im Stande war. In ihrer »Note A« ist zu lesen:

»[Die Analytical Engine] könnte auf andere Dinge als Zahlen angewandt werden, wenn man Objekte finden könnte, deren Wechselwirkungen durch die abstrakte Wissenschaft der Operationen dargestellt werden können und die sich für die Bearbeitung durch die Anweisungen und Mechanismen des Gerätes eignen.«

Damit sah sie die Möglichkeiten der systematischen Verarbeitung von Informationen voraus und schuf somit die Grundlagen für Analytics nach unserem heutigen Verständnis. Sie beschäftigte sich zum Beispiel auch mit der Frage, ob die Analytical Engine nicht ganze Musikstücke komponieren könnte.

Ada Lovelace kam am 10. Dezember 1815 unter dem Namen Augusta Ada Byron in London auf die Welt. Sie ist die gemeinsame Tochter von Anne Isabella Noel-Byron und dem als Lord Byron berühmt gewordenen Dichter George Gordon Byron.

Kurz nach Adas Geburt verließ Lord Byron die Familie. Adas Mutter förderte die Tochter in Naturwissenschaften und Mathematik. Als junge Frau wurde sie Mitarbeiterin des Mathematikers Charles Babbage. Im Alter von 19 Jahren heiratete sie William King – ab 1838 erster Earl of Lovelace – der ihre wissenschaftlichen Studien unterstützte.