Fraunhofer-Anwendungszentrum CT in der Messtechnik an der Hochschule Deggendorf eröffnet

/ 21.5.2013

Mit Unterstützung des Freistaates Bayern richtet das Fraunhofer IIS gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Deggendorf und der Wolfgang-Pfeiffer-Stiftung des Industriepartners Intercontec Produkt GmbH ein Anwendungszentrum auf dem Gebiet der berührungslosen, zerstörungsfreien Messtechnik auf der Grundlage der Röntgen-Computertomographie (CT) ein. Die Einweihung des Fraunhofer-Anwendungszentrums CT in der Messtechnik (CTMT) fand am Dienstag, 21. Mai, an der Hochschule Deggendorf statt.

Unter Federführung des Fraunhofer-Entwicklungszentrums Röntgentechnik EZRT des Fraunhofer IIS werden am Standort Deggendorf künftig modernste Röntgenmethoden für die zerstörungsfreie Messtechnik und Charakterisierung von Materialien und Bauteilen entwickelt und als innovative Messdienstleistung der regionalen und überregionalen Industrie angeboten. Anwendung finden diese Technologien in vielen Industriebereichen auf dem Gebiet der Material- und Produktentwicklung, der Prozessentwicklung und der Qualitätssicherung.

Ziel des Fraunhofer-Anwendungszentrums

Neben der industriellen Anwendung wird die CT seit Wintersemester 2008/2009 im Rahmen von maschinentechnischen Praktika und Studentenprojekten auch in die Lehre integriert. Das Anwendungszentrum schafft optimale Randbedingungen für die Forschung, Entwicklung und Anwendung im Bereich der dimensionellen Messtechnik mit Computertomographie (CT) – für sämtliche Industriebereiche, unter anderem für die niederbayerische Automobilzulieferindustrie und die Automobilindustrie selbst. Mit der regionalen Wirtschaft soll ein Kooperationsnetzwerk zum Transfer des CT-Messtechnik-Know-hows und zur Durchführung gemeinsamer F&E-Projekte eingerichtet werden. Dieses Netzwerk soll auch der Entwicklung neuer CT-Messsysteme gemeinsam mit Industriepartnern dienen.

Das Anwendungszentrum vereint durch die beteiligten Einrichtungen die Vorteile von Industrieerfahrung (Anwender Intercontec) mit der Forschung und Entwicklung (Hochschule Deggendorf, Fraunhofer EZRT).

Hintergrund

Im Mai 2008 wurde das Intercontec-Labor an der Hochschule Deggendorf in Zusammenarbeit mit der Firma Intercontec durch die Anschaffung des Röntgentomographiemessgeräts TomoScope HV 500 der Firma Werth ins Leben gerufen. Seit Beginn arbeitet ein Team aus mehreren Mitarbeitern an diesem Projekt. Wolfgang Pfeiffer, geschäftsführender Gesellschafter der Intercontec Produkt GmbH, gründete im Dezember 2008 die gemeinnützige Wolfgang-Pfeiffer-Stiftung, auf die der Besitz des CT übertragen wurde. Mit diesem Labor ermöglicht die Stiftung interessierten Unternehmen die Nutzung des Computertomographen. Die mit den Messaufträgen erwirtschafteten Gelder werden zur Förderung von Forschung und Ausbildung im Fachgebiet Messtechnik genutzt.

Dank der großzügigen Förderung, u. a. durch den Freistaat Bayern, werden in den nächsten zwölf Monaten weitere CT-Anlagen beschafft werden. Mit dem Umzug in den bis dahin fertiggestellten Neubau der Hochschule Deggendorf im Frühjahr 2014 werden dem Anwendungszentrum neue, größere Laborräume zur Verfügung stehen und so weiteres Wachstum ermöglichen.