awiloc®-Technologie des Fraunhofer IIS ist Finalist beim EARTO-Innovationspreis

/ 15.10.2015

Nürnberg/Brüssel: 15. Oktober 2015: Unter den sechs Finalisten für den EARTOInnovationspreis der European Association for Research and Technology Organisation EARTO am 14. Oktober in Brüssel sind die Wissenschaftler des Fraunhofer- Instituts für Integrierte Schaltungen IIS mit der awiloc®-Technologie zur sicheren Positionsbestimmung in Funknetzen.

Jürgen Hupp (M.) vom Fraunhofer IIS nahm den EARTO-Preis für die Lokalisierungstechnologie awiloc® entgegen. Neben ihm: Maria Khorsand, Präsidentin EARTO, und Carlos Moedas, European Commissioner for Research, Science and Innovation, European Commission.
© EARTO

Die awiloc®-Technologie erhielt den zweiten Preis in der Kategorie Impact delivered. Mit dem EARTO-Innovationspreis der European Association of Research and Technology Organisations ausgezeichnet werden exzellente Forschungsprojekte und Innovationen, die anwendungsorientiert sind und einen hohen Nutzen für die Gesellschaft haben, sei es sozial oder wirtschaftlich.

Die awiloc®-Technologie schließt eine Lücke

Auf Basis dieser datenschutzrechtlich geprüften Lokalisierungstechnologie können Navigations- und Informationsdienste – so genannte Location-based Services – in Gebäuden und im Innenstadtbereich aufgebaut und für mobile Geräte wie Smartphones angeboten werden. Als ideale Ergänzung für satellitengestützte Navigationslösungen wird awiloc® bereits weltweit in Museen eingesetzt.

Wo finde ich die nächste U-Bahn-Haltestelle oder das nächstgelegene Einkaufszentrum? Mit dem Smartphone oder Tablet-PC als mittlerweile ständigem Begleiter und im Außenraum dank satellitengestützter Dienste kein Problem: Suchanfrage gestartet und schon werden wir zum gewünschten Ort geführt. Dieser für viele aus dem Fahrzeug bekannte Komfort endet jedoch häufig im öffentlichen Nahverkehr oder in Gebäuden – kein Empfang, keine Ortungs- und Navigationsdienstleistung verfügbar. Mit der Entwicklung der awiloc®-Technologie wurde diese Lücke geschlossen.

Das Team des Fraunhofer IIS um Jürgen Hupp und Steffen Meyer arbeitet an Lokalisierungstechnologien, die zur Positionsbestimmung bereits bestehende drahtlose Funknetze wie WLAN oder Bluetooth LE nutzen, damit Informationsdienste auf Smartphones, Tablets und Wearables realisiert werden können. Dabei wird die Position durch die Auswertung der empfangenen Signalstärke von vorhandenen Kommunikationsnetzen auf dem eigenen mobilen Gerät berechnet, ohne dass eine Anbindung oder Datenkommunikation mit einem zentralen Server notwendig ist – ein wichtiger Punkt für die datenschutzrechtliche Unbedenklichkeit der Dienste auf der Basis der awiloc®-Technologie. awiloc® berechnet zusätzlich zur Position auch Geschwindigkeits- und Richtungsinformationen, so dass Informationen so präzise wie möglich angeboten werden,  wenn diese beispielsweise, beim Besuch eines Museums, eines Einkaufszentrums oder im Falle eines Notrufs benötigt werden.

Seit 2008 arbeiten Anwender und Entwickler in der awiloc® alliance an Gesamtlösungen für die Lokalisierung im öffentlichen Raum und darauf aufbauenden Location-based Services. Referenzbeispiele für Anwendungen der lizensierbaren awiloc®-Technologie finden sich im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München oder im Perot Museum in Dallas.

Der EARTO-Innovationspreis

Herausragende Beispiele für angewandte Forschung ehrt die EARTO seit 2009 jährlich. Eine unabhängige Jury wählt Projekte aus, die das Potenzial haben, einen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Wandel zu initiieren.