Mehr Raum für IoT-Spitzenforschung und Industrie 4.0 – Fraunhofer IIS eröffnet neues Gebäude in Nürnberg

/ 30.5.2016

Nürnberg, 30. Mai 2016: Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS hat nun ein eigenes Gebäude für die Entwicklung neuester Lokalisierungs- und Vernetzungstechnologien. Diese Technologien sind die Basis für den digitalen Wandel in Industrie, Produktion, Logistik und Mobilität. Am 30. Mai haben Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Staatssekretär Stefan Müller, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und Fraunhofer-Präsident Prof. Reimund Neugebauer das neue Gebäude im Nürnberger Nordostpark eröffnet. Mit dieser Investition in Höhe von 25,2 Millionen Euro stärken Bund und Freistaat Bayern die Entwicklung und den Aufbau neuer Technologien und Anwendungen für das Internet der Dinge und für Industrie 4.0.

Eröffnung des neuen Gebäudes in Nürnberg
© Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs
Prof. Reimund Neugebauer, Staatssekretär Stefan Müller, Ministerin Ilse Aigner eröffnen zusammen mit Prof. Albert Heuberger, Dr. Günter Rohmer und OB Dr. Ulrich Maly das neue Gebäude des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen in Nürnberg, in dem neue Technologien und Anwendungen für digitalisierte Produktion, Internet der Dinge und vernetzte Mobilität entstehen.

»Das Fraunhofer IIS ist weltweit bekannt. Die hier gebündelten Kompetenzen machen es zu einem wichtigen Partner für Industrie und Mittelstand im Bereich der Digitalisierung. Mit dem Neubau, den der Freistaat bislang mit insgesamt mehr als 16 Mio. Euro gefördert hat, setzen wir für die Bedeutung des IIS auch räumlich ein Zeichen«, stellt Ilse Aigner in ihrem Grußwort die Bedeutung des Forschungsstandorts heraus. »Im Rahmen der Strategie Bayern Digital fördern wir auch das Vorhaben ‘Technologien und Lösungen für die digitalisierte Wertschöpfung‘. Damit unterstützen wir insbesondere den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft«, so die Ministerin weiter. Lokalisierungs-, Vernetzungs- und Identifikationstechnologien verknüpfen reale und digitale Welt, schaffen transparente Prozesse.

Neue IT-basierte Technologien, die durch sichere und zuverlässige Positionserkennung und intelligente Vernetzungstechnologien neue Anwendungen ermöglichen, schaffen Mehrwerte für Produktion, Logistik und Infrastruktur. In zahlreichen Projekten wie beispielsweise der Entwicklung von Telematikmodulen für Luftfrachtcontainer zur Erhöhung der Sicherheit oder bei der Entwicklung datenschutzrechtlich geprüfter Lokalisierungstechnologie für Navigations- und Informationsdienste – so genannte Location-based Services – in Gebäuden und im Innenstadtbereich unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Entstehung neuer Technologien, Anwendungen und Services. »Für die künftigen Herausforderungen vernetzter Produktion, vernetzter Mobilität und vernetzter Gesellschaft wurden hier ideale Entwicklungsbedingungen für den Bereich Lokalisierung und Vernetzung des Fraunhofer IIS geschaffen. Hiervon profitieren die Industrie und Wirtschaft als Auftraggeber und spätere Anwender«, betont Stefan Müller MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Innovation aus Nürnberg – schon seit dem Mittelalter entwickeln Künstler und Wissenschaftler neue Erkenntnisse und neue Technologien: Der erste Globus von Martin Behaim, die neuzeitliche Astronomie eines Kopernikus oder die herausragenden Leistungen eines Albrecht Dürers. Als Namensgeber für die Seminarräume des neuen Gebäudes sind diese Vordenker auch Vorbild und Ansporn für die wissenschaftlichen Arbeiten des IIS im digitalen Wandel.  »Diese neuen Technologien auch von städtischer Seite in der Metropolregion Nürnberg zu unterstützen und wichtige Forschungsthemen zur digitalisierten Wertschöpfung und dem Internet der Dinge hier verortet zu sehen, freut uns als Stadt Nürnberg in besonderem Maße. Wir haben damit die Weiterentwicklung des Forschungsstandorts Nürnberg sichergestellt«, hebt Dr. Ulrich Maly die Bedeutung der Forschung für Nürnberg hervor.

Mit der Fraunhofer-Gesellschaft als Partner entwickeln Unternehmen tragfähige Lösungen, die auch im internationalen Wettbewerb überzeugen. Die Entwicklung neuer digitaler Technologien und elektronischer Systeme, die heute schon den Einstieg in IoT-basierte Prozesse und Dienstleistungen ermöglichen, nimmt am Fraunhofer IIS in Nürnberg eine wichtige Rolle ein. »Dank des Neubaus und seiner optimalen Ausstattung können die Spezialisten des Fraunhofer IIS weiterhin wesentliche Beiträge zu den Fraunhofer-Zukunftsthemen Internet der Dinge und Industrie 4.0 leisten«, sagt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Denn hier versammeln wir Know-how für vernetzte Anwendungen, die direkt und indirekt mit Bewegung und ihrer Steuerung zu tun haben. Hier werden Lösungen und Technologien für Produktion, Logistik, Mobilität, Sicherheit, Energie, Sport und Fitness entwickelt – exzellente Forschung, die den Menschen und der Wirtschaft nutzt.«

Das Fraunhofer IIS ist weit über die Grenzen der Metropolregion durch Entwicklungen wie mp3 oder dem Standort des Fraunhofer Galileolabs zur Entwicklung von Empfängertechnologien für die Satellitennavigation bekannt. Sport- und Fitnessanwendungen auf der Basis von Lokalisierungs- und Kommunikationstechnologien, die bereits im Fußball und im Eishockey eingesetzt werden, stammen aus den Laboren der Nürnberger Wissenschaftler. Funktechnologien, Positionserkennung, Identifikations- und Vernetzungstechnologien sind dabei wesentlich, um auch neue strategische Zukunftsthemen wie Mobilität und Internet der Dinge mit Systemen und Anwendungen voranzutreiben. »Dabei ermöglicht die Digitalisierung der Wertschöpfungskette von der Produktentstehung bis zum Recycling neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die das Fraunhofer IIS zusammen mit seinen Kunden entwickelt und realisiert«, betont Institutsleiter Prof. Albert Heuberger.

»Hier in Nürnberg entwickeln wir nun unter optimalen Bedingungen in diesem neuen Gebäude und dem integrierten Test- und Anwendungszentrum L.I.N.K. Sensorik und Systeme zur Ortung, Identifikation und Vernetzung, die selbstständig und selbstorganisierend auf mobilen Plattformen Prozesse überwachen, steuern und Arbeitsabläufe effizienter gestalten«, fasst Bereichsleiter Dr. Günter Rohmer die Aktivitäten zusammen. Den 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Bereich Lokalisierung und Vernetzung stehen rund 6000 qm modernste Forschungs- und Entwicklungslabore sowie Büroflächen zur Verfügung.