Sicher geführt von Tür zu Tür – Fraunhofer IIS erhielt CNA-Innovations-Sonderpreis für das Projekt NADINE

/ 13.7.2016

Nürnberg: Das Fraunhofer IIS nahm den CNA-Sonderpreis 2016 »Intelligenz für Verkehr und Logistik« für das Projektkonsortium NADINE entgegen. Diesen Preis verleiht der CNA Center for Transportation & Logistics Neuer Adler e.V. für herausragende unternehmerische oder wissenschaftliche Leistungen, die neuartige Konzepte für den öffentlichen Nahverkehr erstellen. Im Rahmen des Projekts NADINE wurde die Entwicklung einer verkehrsmittelübergreifenden Reiseführung ausgezeichnet, die öffentliche Verkehrswege und Fußgängernavigation nahtlos miteinander verbindet und Anknüpfungspunkte für eine ticketpreissensitive Reiseplanung und weiterführende Dienste bietet. Dorothee Bär, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur überreichte den Sonderpreis stellvertretend für das Konsortium an Dr. Günter Rohmer, Bereichsleiter Lokalisierung und Vernetzung des Fraunhofer IIS.

© Kurt Fuchs/CNA
Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur überreicht den CNA-Sonderpreis für Innovationen im Bereich Verkehr und Logistik an Dr. Günter Rohmer, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen stellvertretend für die Partner des Projektkonsortiums NADINE (von links: Dr. Werner Enser, Geschäftsführer CNA, Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin, Dr. Günter Rohmer Fraunhofer IIS, Dr. Karl-Herrmann Klaus-ecker, Sprecher des Cluster Bahntechnik)
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Staatssekreträin Dorothee Bär mit den Gewinnern des CNA-Sonderpreises für das Projekt NADINE – Navigation im öffentlichen Personenverkehr mit modularer Dienste-Architektur zur Einbindung in externe Applikationen

Nahezu jeder Autofahrer nutzt mittlerweile die Information seines »Navis«, um möglichst ohne Umwege an sein Reiseziel zu gelangen – das ist bequem und einfach. Diese Vorteile auch für das öffentliche Nahverkehrsnetz zusammen mit einer komfortablen, intuitiv zu nutzenden Navigation für den Fußgänger zu entwickeln, war Ziel des Projekts NADINE – Navigation im öffentlichen Personenverkehr mit modularer Dienste-Architektur zur Einbindung in externe Applikationen. Unter der Projektleitung der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg erforschten das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI zusammen mit der Erfurter Verkehrsbetriebe AG (EVAG), der HanseCom GmbH (HaC) und dem Lehrstuhl für Informationslinguistik an der Universität Regensburg (UNIR) das Entwicklungs- und Verbesserungspotential für mobile Navigations- und Auskunftssysteme im ÖPNV-Kontext.

»Mit den im Projekt NADINE entwickelten Technologien kann ein komfortables Angebot an Diensten für den Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel angeboten werden«, hebt Frederik Nöth, Referent Strategische Planung bei der VAG Nürnberg, die Bedeutung der Ergebnisse hervor. »Dies wird in Zukunft die Attraktivität des ÖPNV steigern und die Bereitschaft, auf den eigenen Wagen zu verzichten und statt dessen öffentliche Verkehrsmittel gerade im städtischen Umfeld zu nutzen, deutlich erhöhen.«

Die Verbindung von lückenloser Navigation im Außenraum und in Innenräumen arbeitet auf Basis vorhandener Funk-Sender wie WLAN oder BLE (Bluetooth Low Energy) und benötigt somit kein eigenes Signalnetz. »Dies wird möglich«, erläutert Dr. Günter Rohmer, Bereichsleiter Lokalisierung und Vernetzung des Fraunhofer IIS, »durch die Nutzung der charakteristischen Feldstärkenverteilung der Funknetzwerke. So können mobile Endgeräte mit der Lösung des Fraunhofer IIS ihre Position selbstständig bestimmen. Gleichzeitig wird damit der Datenschutz gewahrt, da diese Position direkt auf dem mobilen Endgerät ohne zentralen Server zur Verfügung steht.« In Abstimmung mit den für Aufsichtsbehörden für Datenschutz wurde bei der Entwicklung der so genannten awiloc®-Technologie besonderer Wert auf die Einhaltung rechtlicher Vorgaben gelegt. Für die Nutzung von Diensten und Applikationen ergänzt die Fraunhofer IIS-Technologie existierende Lokalisierungstechnologien wie GPS im Stadtbereich und in Gebäuden und ermöglicht somit eine nahtlose, komfortable Personenführung auf mobilen Geräten für verschiedenste Anwendungen und Serviceangebote.

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.