Innovationen aus Bayern entfalten weltweit Wirkung: Öffentlicher Wissenschaftsabend im JOSEPHS Nürnberg
Nürnberg, Deutschland: Wie gelangen Innovationen aus dem Labor in den Alltag? Und welche Rolle spielt angewandte Forschung bei der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen? Antworten auf diese Fragen gibt die Fraunhofer-Gesellschaft am 8. Oktober 2026 bei einem öffentlichen Wissenschaftsabend im JOSEPHS in Nürnberg. Forschende aus vier bayerischen Fraunhofer-Instituten zeigen anhand konkreter Beispiele, wie technologische Entwicklungen aus Bayern ihren Weg in Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft finden und weltweit Wirkung entfalten.
Ob intelligente Vernetzung, nachhaltiges Recycling oder die Mobilität der Zukunft: Viele Technologien, die unseren Alltag prägen, haben ihren Ursprung in der angewandten Forschung. Unter dem Titel »Forschung erleben: Von Bayern in die Welt – Fraunhofer im Alltag« lädt die Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen des Fraunhofer-Gedenkjahrs 2026 dazu ein, aktuelle Forschung verständlich, praxisnah und im direkten Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kennenzulernen.
Die Veranstaltung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit und schlägt die Brücke zwischen Forschung und Anwendung. In kurzen Impulsvorträgen geben Forschende Einblicke in innovative Entwicklungen aus unterschiedlichen Technologiebereichen und zeigen, wie aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen entstehen. Anschließend haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, mit den Forschenden ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.
Vier Forschungsimpulse aus Bayern
Im Mittelpunkt des Abends stehen vier Beispiele für angewandte Forschung, die heute oder in Zukunft einen konkreten Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen können.
Intelligente Vernetzung für Städte, Energieversorgung und Landwirtschaft
René Dünkler vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Nürnberg präsentiert die am Institut entwickelte Funktechnologie mioty. Sie ermöglicht die zuverlässige Vernetzung einer großen Zahl von Sensoren und bildet die Grundlage für Anwendungen in Smart Cities, intelligenten Energienetzen und der modernen Landwirtschaft. Anhand konkreter Beispiele aus der Metropolregion Nürnberg wird gezeigt, wie digitale Vernetzung Ressourcen schont und Prozesse effizienter gestaltet.
Kreislaufwirtschaft für die Energiewende
Prof. Dr.-Ing. Matthias Franke vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg stellt ein Verfahren zum Recycling glasfaserverstärkter Kunststoffe vor. Im Fokus steht die Frage, wie ausgediente Rotorblätter von Windenergieanlagen in wertvolle Rohstoffe für neue Anwendungen überführt werden können. Die Entwicklung leistet einen Beitrag zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und einer effizienteren Ressourcennutzung.
Die Straße als Ladeinfrastruktur
Manuel Seidenath vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen gibt Einblicke in seine Forschung zur dynamischen induktiven Energieübertragung für schwere Nutzfahrzeuge. Die Technologie ermöglicht das kontaktlose Laden von Elektro-Lkw während der Fahrt. Vorgestellt werden unter anderem Erfahrungen aus dem Einbau entsprechender Systeme auf der Autobahn A6 bei Amberg und die Potenziale für die Mobilität der Zukunft.
Verpackung neu gedacht: Schutz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung
Prof. Dr. Andrea Büttner vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV wirft einen Blick auf etwas, das im Alltag oft vorschnell als Abfall betrachtet wird: Verpackungen. Sie schützen Lebensmittel, Kosmetik-, Pflege- und Hygieneprodukte entlang der gesamten Lieferkette und tragen entscheidend dazu bei, dass diese sicher und in hoher Qualität bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen. Der Beitrag zeigt, warum Verpackungen weit mehr sind als bloße Hülle, welche Anforderungen sie erfüllen müssen und wie innovative Lösungen dazu beitragen können, Produkte besser zu schützen und Ressourcen nachhaltiger zu nutzen.
Joseph von Fraunhofer als Vorbild für Forschung mit Wirkung
Die Veranstaltung knüpft an das Vermächtnis des Physikers, Optikers und Unternehmers Joseph von Fraunhofer an. Seine wissenschaftliche Neugier, sein Erfindergeist und sein Anspruch, Forschung in die Anwendung zu überführen, prägen die Fraunhofer-Gesellschaft bis heute. Die Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und praktischem Nutzen bildet den roten Faden des Abends.
In einer moderierten Abschlussrunde diskutieren die Forschenden gemeinsam mit dem Publikum darüber, wie Innovationen erfolgreich den Weg aus dem Labor in die Praxis finden, welche Rolle Bayern als Forschungsstandort spielt und warum die Prinzipien Joseph von Fraunhofers auch 200 Jahre nach seinem Tod nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Die Veranstaltung ist ein Beitrag der Fraunhofer-Gesellschaft zum UNESCO-Gedenkjahr anlässlich des 200. Todestags von Joseph von Fraunhofer.
Veranstaltungsinformationen
Titel: Forschung erleben: Von Bayern in die Welt – Fraunhofer im Alltag
Datum: 8. Oktober 2026
Uhrzeit: 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort: JOSEPHS – Das offene Innovationslabor, Augustinerstraße 19, 90403 Nürnberg
Veranstalter: Fraunhofer-Gesellschaft
Teilnahme: Die Veranstaltung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter:
https://josephs-innovation.de/wp/events/forschung-erleben-von-bayern-in-die-welt-fraunhofer-im-alltag/