Impairment Compensation für Glasfasernetze

Zuverlässigkeit und Stabilität der Datenübertragung sind die Erfolgsfaktoren zukunftsstarker Glasfasernetze. Doch eine Vielzahl an Effekten und Einflüssen kann die Signale stören, schwächen und verzerren: von thermischem Rauschen und Interferenzen über Dispersionen im Übertragungskanal bis hin zu nichtlinearen Effekten in Verstärkern. Aufgrund derartiger Beeinträchtigungen wird das tatsächliche Potenzial der optischen Kommunikation im Hinblick auf die Datenraten und Energieeffizienz in der Praxis nicht erreicht.

Hier setzt die Impairment Compensation an. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz können wir Kommunikationskanäle kontinuierlich analysieren und auftretende Probleme umgehend entschärfen. So öffnen sich neue Spielräume für eine höhere Netzwerk-Performance.

Spiking Neural Networks – der Abweichung auf der Spur

Um Störungen und Verzerrungen in Glasfasernetzen auszugleichen, greift die Industrie bislang auf digitale Signalprozessoren zurück. Allerdings sind die Prozessoren enorm stromhungrig und verbrauchen beispielsweise in optischen Steckmodulen fast 50 Prozent des Leistungsbudgets. Zusätzlich führt ihre Größe zu Problemen bei der Wärmeableitung und Miniaturisierung. Das erschwert nicht nur die Integration in Edge-Geräte, sondern treibt auch die Betriebskosten in die Höhe.

Eine deutlich effektivere, nachhaltigere und günstigere Lösung bietet hingegen eine Impairment Compensation durch Spiking Neural Networks (SNNs). Diese verarbeiten Informationen ereignisgetrieben und können sofort auf Abweichungen oder Anomalien reagieren. Bei der Überwachung von Kommunikationskanälen können SNNs diese Stärke nutzen, um Störungen in Echtzeit zu detektieren und diese mittels Steuerparametern mit nur minimalem Energieverbrauch zu kompensieren.

Für die Industrie bedeutet das wiederum: geringere Kosten, höhere Datenraten und eine Glasfaserkommunikation, die insgesamt an Resilienz gewinnen.

Einsatzort Rechenzentrum

Der KI-Boom erfasst auch die physische Infrastruktur: Immer mehr leistungsfähige Rechenzentren werden geplant und gebaut, um große KI-Modelle mithilfe massiver Datenmengen zu trainieren. Damit Informationen innerhalb eines Rechenzentrums zuverlässig verarbeitet werden können, sind Glasfasernetze notwendig, die Daten mit maximaler Geschwindigkeit und minimaler Latenz übertragen.

Doch die Anforderungen entwickeln sich derzeit schneller als die technischen Lösungen – vor allem die optischen Transceiver in den Glasfasern stoßen an ihre physikalischen Grenzen. Zudem entsteht immer mehr Verlustwärme, die nicht mehr vollständig abgeführt werden kann und die Signalqualität zusätzlich beeinträchtigt.

Spiking Neural Networks können durch Impairment Compensation dagegenhalten: Sie gleichen Störeinflüsse aus, halten die Performance der Signalübertragung in optischen Transceivern aufrecht und erhöhen deren Lebensdauer. Mit ihrer enormen Energieeffizienz helfen SNNs zugleich den Betreibern von Rechenzentren, die angesichts des zunehmenden Stromverbrauchs sowie den komplexen Kühlungssystemen die explodierenden Betriebskosten einhegen wollen. 

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