MUSICES – MUSikInstrumenten-Computertomographie-Examinierungs-Standard

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© Fraunhofer EZRT,Druck

Das Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT, das Germanische Nationalmuseum GNM sowie der Lehrstuhl für Röntgenmikroskopie LRM an der Universität in Würzburg kooperieren: Seit November 2014 forschen die kooperierenden Einrichtungen in dem für drei Jahre von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) geförderten Projekt »MUSICES«, um Richtlinien und Verfahrensanweisungen zur dreidimensionalen Computertomographie von Musikinstrumenten zu entwickeln. Dabei sollen weltweite Standards erstellt werden, die eine vergleichbare Bildqualität gewährleisten.

Aufgaben des EZRT und beteiligter Projektpartner

Projektziele sind:

  • die geräteunabhängige Beschreibung von technischen Größen für die 3D-CT-Abbildung von verschiedenen Materialen, Objektgrößen und Materialkombinationen bei Musikinstrumenten.
  • die Beschreibung von offenen Formaten für die Langzeitarchivierung hochauflösender Master-Scans.
  • die Beschreibung von offenen Formaten für Derivate für die Darstellung im Internet und die Weitergabe im Sinne des open access.
  • die Festlegung von Mindestauflösungen bei 3-DComputertomographien für verschiedene Musikinstrumententypen, abhängig von Größe, Material und möglichen Anwendungsbereichen: Forschung und Lehre, Museumsdidaktik, Restaurierung, Rekonstruktion, Nachbau etc.
  • die Festlegung von feiner zu scannenden Details für die verschiedenen Instrumententypen, insbesondere bei größeren Objekten, bei denen ein hochauflösender Gesamtscan nicht sinnvoll oder nicht mehr praktikabel ist.
  • die Formulierung der erforderlichen Metadaten für 3D-Computertomographien in Kompatibilität zum Modell LIDO bzw. MIMO-LIDO und zum ISOStandard CIDOC-CRM (ISO 21127:2006).
  • die Integration der Metadaten und der erzeugten 3D-Computertomographien in das internationale Nachweissystem für Musikinstrumente in öffentlichen Sammlungen, MIMO. Weitergabe an EUROPEANA per Harvesting.
  • die Formulierung des Standard-Dokuments zur Ergänzung der DFG-Praxisregeln »Digitalisierung« und des MIMO-Digitisation-Standards.
  • die Formulierung von Best-practice-Empfehlungen nach Vorbild des MIMO-Digitisation Standards.

Programm und Förderung

  • Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • Laufzeit des Projekts: 1.11.2014 – 31.10.2017

Historische Instrumente

 

Tafelklavier Hubert MIR 1145

Durch die hochaufgelösten dreidimensionalen Aufnahmen können Experten das wertvolle Instrument zeit- und ortsunabhängig tiefergehend untersuchen. 

 

Viola da Gamba MI5

Die Röntenuntersuchung sollte Aufschluss über die konstruktiven Eigenschaften des Korpus liefern.

 

Büchsentrompete MI205

Die röntgentechnischen Untersuchungen sollten klären, wie die innenliegende Konstruktion aufgebaut ist und auch, ob das Objekt im Laufe der Zeit Veränderungen oder Reparaturen am Klangkörper erfahren hat.

 

Fagotte

Zur Anfertigung exakter Kopien der Instrumente im 3D-Druck-Verfahren war es notwendig, die Fagotte in der 3D-CT genaustens abzutasten. Tonhöhe, Intonation und Tonqualität lassen sich anhand der Replikate gefahrlos untersuchen.

Beteiligte Personen

Dr. Theobald Fuchs

Dr. Theobald Fuchs (Projektleitung) ist Leitender Wissenschaftler am Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik in Fürth. Nach seinem Abschluss als Diplom-Physiker promovierte er am Universitätsklinikum in Erlangen im Bereich der 3D-Röntgenbildgebung mit CT. Seit 2010 kommt er einem Lehrauftrag an der Julius-Maximilians-Universität, Würzburg, zu physikalischen Grundlagen der Bild- und Signalverarbeitung nach.

Dipl. Ing. (FH) Christian Kretzer

Dipl. Ing. (FH) Christian Kretzer ist Gruppenleiter der Gruppe Applikationen am Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik in Fürth. Er studierte Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Produktentwicklung an der TH Nürnberg und begann 2009 mit seiner Arbeit am Institut in der Abteilung Prozessintegrierte Prüfsysteme, Automatische Röntgenprüfsysteme. Seit Oktober 2012 ist er als Gruppenleiter tätig.

Dipl. Ing. (FH) Gabriele Scholz

Dipl. Ing. (FH) Gabriele Scholz ist seit 2009 Mitarbeiterin am Fraunhofer Entwicklungszentrum Röntgentechnik in Fürth. Sie studierte Angewandte Chemie an der Technischen Fachhochschule Berlin. In der Abteilung Anwendungsspezifische Methoden und Systeme des EZRT führte sie CT-Messungen durch und arbeitet seit Ende 2014 in der Gruppe Applikationen.