Das Leuchtturmprojekt ROBO.KIWI entwickelt neue Ansätze, um das Erfahrungswissen von Pflegefachpersonen langfristig zu sichern und für die Ausbildung nutzbar zu machen. Mithilfe körpernaher Sensorik, Künstlicher Intelligenz und humanoider Robotik werden pflegerische Handlungsroutinen erfasst, analysiert und als interaktive Lernerfahrungen verfügbar gemacht.
Wenn Erfahrung verloren geht
Der demografische Wandel stellt die Pflege vor große Herausforderungen. Bis zum Jahr 2049 könnten in Deutschland je nach Entwicklung zwischen 280.000 und 690.000 Pflegefachpersonen fehlen, während der Bedarf durch eine älter werdende Bevölkerung kontinuierlich steigt. Gleichzeitig verstärken die zunehmenden Arbeitsbelastungen Ausfallzeiten und damit das Problem der Unterversorgung.
Scheiden erfahrene Pflegekräfte aus dem Berufsleben aus, geht mit ihnen jedoch nicht nur Personal. Auch wertvolles Erfahrungswissen droht verloren zu gehen: Bewegungsroutinen, Interaktionsstrategien und situative Entscheidungen, die über Jahre oder Jahrzehnte praktischer Arbeit entstanden sind. Dieses Wissen lässt sich oft nur schwer dokumentieren oder über klassische Lehrformate vermitteln.
Erfahrungswissen für die Pflege von morgen bewahren
Genau hier setzt ROBO.KIWI an. Das Forschungsprojekt untersucht, wie sich pflegerisches Erfahrungswissen mit körpernaher Sensorik erfassen, digital sichern und mithilfe humanoider Robotik für die Ausbildung nutzbar machen lässt.
Ziel ist ein neuartiges Lernsystem, das pflegerische Expertise nicht nur zeigt, sondern körperlich erfahrbar macht. So können Auszubildende von den Erfahrungen langjähriger Pflegefachpersonen profitieren, auch wenn diese nicht mehr direkt zur Verfügung stehen.