Diamant im Kimberlit
© Fraunhofer IIS
Dual-Energy-Verfahren können Aussagen über Gewichtsanteile oder andere physikalische Materialmerkmale treffen.

Dual Energy-Verfahren

Dual Energy-Verfahren sind in der Medizin seit langer Zeit etabliert. Mit den neuesten Entwicklungen des Fraunhofer EZRT ergibt sich neben völlig neuen Anwendungsgebieten auch die Weiterentwicklung bereits etablierter Applikationen. So können im Gegensatz zu herkömmlichen Röntgenverfahren quantitative Aussagen über Dichten, Gewichtsanteile oder andere physikalische Materialmerkmale getroffen werden.

Bei der Anwendung der Dual Energy-Verfahren wird ausgenutzt, dass die Energieabhängigkeit des sogenannten Schwächungskoeffizienten eines Materials für jedes Material unterschiedlich ist. Das heißt, aus energieaufgelösten (»spektralen«) Messungen können die Eingangsdaten zur quantitativen Berechnung der Materialeigenschaften gewonnen werden.

In der Praxis geschieht diese energieaufgelöste Messung üblicherweise durch Aufnahme zweier Röntgenbilder bei unterschiedlichen Röntgenspektren. Alternativ kann ein spezieller Dual Energy-Detektor verwendet werden. Durch dessen speziellen Aufbau mit zwei Energiekanälen ist hierbei nur eine Messung nötig.

Vorteile und Nutzen

  • Darstellung und Quantifizierung der Verteilung unterschiedlicher Materialien innerhalb des Prüfobjekts
  • Anwendbar sowohl für Durchstrahlungsaufnahmen (2D) als auch Röntgen-Computertomographie (3D)
  • Höherer Kontrast bei Materialien mit ähnlichen oder stark unterschiedlichen Abschwächungskoeffizienten
  • Korrektur von Strahlaufhärtungsartefakten möglich