Medizintechnik

Fraunhofer IIS präsentierte Projektergebnisse auf der Abschlussveranstaltung »Assistierte Pflege von morgen«

/ 11.12.2015

Erlangen, 10. Dezember 2015: Auf der Abschlussveranstaltung »Assistierte Pflege von morgen« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF am 10. Dezember 2015 in Erlangen stellte das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS die Ergebnisse von zwei Projekten vor: INSYDE zur Vermeidung von Dekubitus bei Pflegebedürftigen und DYNASENS zur dynamischen sensorgestützten Personaleinsatz- und zur Tourenplanung in der ambulanten Pflege. Gezeigt wurden die Ergebnisse einer dreijährigen, intensiven Forschungsarbeit in interdisziplinären Konsortien.

Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs

Projekt Dynasens - Sensorgestuetzte Personaleinsatz- und Tourenplanung in der ambulanten Pflege mit Hilfe eines intelligenten Sensor-Shirts v.l.n.r. Staatssekretaer Stefan Mueller, Dr. Bernhard Grill (stellv. Institutsleiter Fraunhofer IIS) und Alesxander Hantzsch ( GF Sigma GmbH, Erlangen) Abschlussveranstaltung „Assistierte Pflege von morgen“ am 10.12.2015 in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen. Veranstalter Bundesministerium für Bildung und Forschung Ausführung Fraunhofer IIS Erlangen Foto: Kurt Fuchs/ Fraunhofer IIS/ BMBF

Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs

Projekt INSYDE- Intelligentes Pflegesystem für die Prävention und Behandlung von Dekubitus (Wundliegen) v.r.n.l.(vordere Reihe) Staatssekretaet Stefan Müller, Christian Weigand ( Abteilungsleiter Medizintechnik Fraunhofer IIS) und Dr. Bernhard Grill (stellv. Institutsleiter Fraunhofer IIS) Abschlussveranstaltung „Assistierte Pflege von morgen“ am 10.12.2015 in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen. Veranstalter Bundesministerium für Bildung und Forschung Ausführung Fraunhofer IIS Erlangen Foto: Kurt Fuchs/ Fraunhofer IIS/ BMBF

Projekt INSYDE – Intelligentes Pflegesystem für die Prävention und Behandlung von Dekubitus

In Deutschland haben jedes Jahr etwa 400 000 Menschen mit Druckgeschwüren auf der Haut – einem sogenannten Dekubitus – zu kämpfen. Besonders betroffen sind bettlägerige, immobile Patienten sowie Pflegebedürftige, die nicht häufig genug umgelagert oder nicht ausreichend mobilisiert werden können.

Um die Entstehung von Dekubitus zu vermeiden und bereits bestehende Druckgeschwüre zu behandeln, wurde im Projekt INSYDE ein intelligentes und adaptives Bett entwickelt. Dieses erkennt mittels integrierter Sensorik die aktuelle Liegeposition des Patienten und den auf die einzelnen Körperstellen einwirkenden Druck. Bei Überschreiten definierter Werte werden belastete Körperstellen automatisiert über eine integrierte Aktorik gezielt entlastet und der Patient damit neu gelagert. Informationen zur erfolgten Umlagerung sowie der neuen Druckverteilung werden über ein Display direkt am Bett angezeigt. Zudem fließen die Lagerungsinformationen automatisch in die Pflegedokumentation ein.

Aus dem Vortrag von Projektleiterin Nadine Pensky: »Der im Projekt INSYDE entwickelte Lösungsansatz für ein intelligentes Pflegesystem zur Prävention und Behandlung von Dekubitus ist insbesondere aufgrund der geschlossenen Wirkungskette sowie der automatisierten Pflegedokumentation bisher einzigartig. Er trägt damit wesentlich zu einer besseren Versorgung von Pflegebedürftigen und der zeitlichen sowie physischen Entlastung von Pflegekräften bei.«

Christian Weigand, Abteilungsleiter Bildverarbeitung und Medizintechnik am Fraunhofer IIS:»Im Projekt INSYDE wurden aufgrund unserer speziellen Kompetenz bereits in der Forschungsphase regulatorische Anforderungen an das Bett berücksichtigt. Damit kann nach Projektende die Zeit bis zur Vermarktung deutlich verkürzt werden, indem die technische Dokumentation bereits zur Verfügung steht und somit eine Zulassung als Medizinprodukt vereinfacht.«

Weitere Informationen unter: www.projekt-insyde.de

 

Projekt DYNASENS – Dynamische sensorgestützte Personaleinsatz- und Tourenplanung in der ambulanten Pflege

Im Forschungsprojekt Dynasens entwickelte das Projektkonsortium technische Lösungen zur Verminderung physischer und psychischer Belastungen ambulanter Pflegekräfte.

Für die physische Entlastung wurde eine in die Dienstkleidung integrierte Sensorik entwickelt, auf deren Basis individuelle Belastungsprofile ermittelt werden können. Das System ermöglicht die Identifizierung von Fehlhaltungen bei pflegerischen Tätigkeiten. Bei erkannter Überlastung werden über ein Smartphone Übungen angezeigt, um die Folgen der körperlichen Beanspruchung zu vermindern. Zudem wurde bewiesen, dass aus den ermittelten Daten konkrete pflegerische Tätigkeiten erkannt und im Sinne einer automatisierten Dokumentation genutzt werden können.

Für die physische und psychische Entlastung wurde eine Software entwickelt, die die Belastungswerte der Pflegekräfte bei der Personaleinsatz- und Tourenplanung berücksichtigt, sodass eine Überbelastung bereits in der Terminplanung vermieden werden kann.

Weitere Infos unter www.dynasens.de