Die stationäre Langzeitpflege steht vor einer doppelten praktischen Herausforderung: Mit Blick auf die steigende Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland und den Mangel an qualifizierten Pflegekräften müssen sich die ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen zu attraktiven Arbeitsplätzen weiterentwickeln und gleichzeitig den effizienten Einsatz der Ressourcen gewährleisten.
Das Modellprojekt „Pflege 2030“ verfolgte das Ziel, Pflegeprozesse, Personaleinsatzorganisation und digitale Innovationen so miteinander zu verbinden, dass Arbeitsabläufe effizienter gestaltet, Mitarbeitende entlastet und die Versorgungsqualität nachhaltig gestärkt werden.
Hierfür wurde in der stationären Pflegeeinrichtung Haus Curanum in Karlsfeld (Landkreis Dachau) ein Praxis- und Evaluierungsraum geschaffen. Über dreieinhalb Jahre hinweg wurden technische und organisatorische Innovationen unter realen Bedingungen erprobt und wissenschaftlich begleitet.
Mit digitalen Technologien zu einer zukunftsfähigen Pflege
Im Fokus stand die bedarfsgerechte Integration digitaler Technologien in den Pflegealltag, beispielsweise in den Bereichen Dokumentation, Mobilisierung, soziale Teilhabe sowie Robotik und Assistenzsysteme. Gemeinsam mit den Pflegekräften wurden Anforderungen identifiziert, geeignete Technologien ausgewählt und deren Einsatz hinsichtlich Nutzbarkeit, Akzeptanz und tatsächlichem Mehrwert evaluiert.
Neben bereits verfügbaren Lösungen wurden im Rahmen eines eigens eingerichteten Zukunftslabors auch vorwettbewerbliche und nahezu marktreife Technologien erprobt. Ziel war es, ihr Potenzial für die stationäre Langzeitpflege frühzeitig zu bewerten und Erkenntnisse für zukünftige Einsatzszenarien zu gewinnen.
Die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Modellprojekt wurden im Praxishandbuch Pflege 2030 gebündelt. Es bietet Pflegeeinrichtungen eine praxisnahe Orientierung für die Einführung digitaler Technologien, moderne Organisationsentwicklung und die Umsetzung neuer Personalbemessungskonzepte.