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Broschüren und Flyer

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HAMMERFLÜGEL


Firma Ignace Pleyel & Co.
Paris, 1846
Inv.Nr. MIR 1126, Sammlung Rück


Das von dem Österreicher Komponisten Ignaz (Ignace) Pleyel in Paris gegründete Unternehmen entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem der weltgrößten Hersteller von Klavieren. Außer der Qualität der Instrumente ist dies vor allem dem werbewirksamen Einsatz des berühmten Klaviervirtuosen und Komponisten Frédéric Chopin für die Marke Pleyel zu verdanken. Dieser Flügel verfügt noch nicht über den modernen Gußstahlrahmen, aber bereits über massive Eisenverstärkungen, um den hohen Zug der gespannten Saiten abzufangen.

HAMBURGER CITHRINCHEN


Joachim Tielke
Hamburg, Ende 17. Jahrhundert
Inv.Nr. MI 67


Das Hamburger Cithrinchen ist eine Sonderform der Zister, eines seit dem Mittelalter bekannten Lauteninstruments mit flachem Korpus und Metallsaiten. Diese Form wurde wahrscheinlich im 17. Jahrhundert in Hamburg erfunden. Wie die meisten der Instrumente von Joachim Tielke ist auch dieses Instrument reich verziert, wobei edle Materialien wie Elfenbein und Ebenholz zur Verwendung kamen, die in der Hafenstadt Hamburg einfacher zu beschaffen waren als z. B. in Süddeutschland.

BÜCHSENTROMPETE


Adam Buchschwinder
Ellwangen, 1731
Inv.Nr. MI 205


Trompeten bestehen seit dem Mittelalter aus einer zylindrischen, aus mehreren Teilen zusammengesteckten zylindrischen Röhre und einem konisch bis hyperbolisch aufgeweiteten Schallstück mit einer Gesamtlänge von über zwei Metern. Zunächst gestreckt, wurden die Instrumente später S- oder schlaufenförmig angefertigt, um sie, z.B. beim berittenen Militär, einfacher handhaben zu können. Bei der Büchsentrompete ist die Verkleinerung auf die Spitze getrieben, indem die gesamte, unveränderte Rohrlänge in einem kleinen Gehäuse zusammengewickelt ist.

VIOLA DA GAMBA


Rudolf Boshard u.a.
Augsburg, 1625, mit späteren Veränderungen
Inv.Nr. MIR 791, Sammlung Rück


Violen da Gamba waren bis zu ihrem Aussterben Ende des 18. Jahrhunderts die bevorzugten Streichinstrumente adliger Musikliebhaber und höfischer Musiker. Ihr silbriger, sich gut mit anderen Instrumenten mischender Klang entsteht vor allem dadurch, dass, ähnlich wie bei einer Laute, auf dem Hals Bünde abgeteilt sind und akustisch gesprochen immer eine leere Saite mit zahlreicheren Obertönen als z.B. bei einer Violine erklingt. Diese Gambe wurde offenbar von ihren verschiedenen Besitzern als so wertvoll angesehen, dass sie mindestens vier Mal umgebaut und repariert wurde, was mittels Computertomographien besonders gut zu untersuchen ist.

ZWEIKLAPPIGE KLARINETTE


Jacob Denner
Nürnberg, um 1720
Inv.Nr. MI 149


Der Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner soll um 1700 die Klarinette erfunden haben. Erhalten sind jedoch nur drei Instrumente seines Sohnes Jacob, die damit die ältesten überhaupt existierenden Klarinetten darstellen. Ihre Form ist noch stark an die der Blockflöten angelehnt, für die die Werkstatt berühmt war. Bevor Mozart Ende des 18. Jahrhunderts die Klarinette adelte, wurden ihre hohen Töne musikalisch als eine Art Trompetenersatz verwendet, woher der italienisch inspirierte Name Clarinetto, kleine Melodietrompete, stammt.

ZINK


unbekannter Hersteller
Venedig (?), um 1600
Inv.Nr. MIR 41, Sammlung Rück


Der Zink zählt zu den konstruktiv einfachsten Blasinstrumenten. Gebaut wird er aus zwei aus Holz gestochenen Halbschalen, die zusammengeleimt und mit einer Umwicklung aus Leder abgedichtet werden. Die geringe Rohrlänge, die schnell sich erweiternde konische Bohrung, das kleine Trompetenmundstück und die ergonomisch günstig, akustisch aber falsch angebrachten Grifflöcher machen ihn zu einem der am schwierigsten, doch zugleich zu einem der am schönsten klingenden Blasinstrumente überhaupt. Zinken gehörten zur Grundausstattung städtischer und kirchlicher Orchester. Ihre Spieler lieferten sich im 18. Jahrhundert auch virtuose Wettkämpfe mit Violinisten.