Blick ins Material: Freistaat fördert Röntgentechnik zur zerstörungsfreien Materialcharakterisierung in Würzburg

Presseinformation / 14.6.2011

Mit einer Fördersumme von insgesamt 3 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Bayern die künftigen wissenschaftlichen Aktivitäten des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS am neuen Standort in Würzburg. Die Projektgruppe für Nano-Röntgensysteme zur Materialcharakterisierung entwickelt in enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Röntgenmikroskopie der Julius-Maximilians-Universität Untersuchungssysteme für zerstörungsfreie Prüfverfahren für die Industrie. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel überbrachte am 14. Juni persönlich den Förderbescheid.

Förderbescheidübergabe Würzburg
© Fuchs/Fraunhofer IIS

Freistaat Bayern fördert Röntgentechnik zur zerstörungsfreien Materialcharakteristik des Erlanger Fraunhoferinstituts IIS am neuen Standort in Wuerzburg. Wirtschaftsstaatssekretaerin Katja Hessel uebergibt am 14.06.2011 den Foerderbescheid. v.l.n.r. Prof. Albert Heuberger ( Institutsleiter FhG IIS), Staatssekretärin Katja Hessel, Landtagspraesidentin Barbara Stamm, Uni-Praesident Prof. Alfred Forchel, OB Georg Rosenthal, Prof. Randolf Hanke ( Projektgruppenleiter und Lehrstuhlinhaber) und Prof. Heinz Gerhaeuser ( geschaeftsfuehrender Institutsleiter FhG IIS) an einem der weltkleinsten Computertomographen welcher vom Fraunhoferinstitut entwickelt wurde. Foto by Kurt Fuchs, Am Weichselgarte n 23, 91058 Erlange n , Tel. 09131-777740 www.fuchs-foto.de

Damit ist das Fraunhofer IIS, größtes Institut der Fraunhofer- Gesellschaft mit Hauptsitz in Erlangen, nun auch in Würzburg vertreten. »Mit der Gründung dieser Fraunhofer- Projektgruppe wird auch die außeruniversitäre Forschung am Standort gestärkt«, erläutert Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel und ergänzt: »Wir befinden uns damit auf dem besten Wege, eine neue Forschungseinheit in Würzburg zu etablieren. Davon werden nicht nur die dort ansässigen Forscher profitieren, sondern auch die Unternehmen, insbesondere aus der Region. Für sie steht nämlich die neue Forschungseinheit von nun an als Kooperationspartner und Innovationstreiber zur Verfügung.«

Die 2010 gegründete und am 14. Juni offiziell eingeweihte Projektgruppe »Nano-Röntgensysteme zur Materialcharakterisierung « arbeitet an der Universität Würzburg eng zusammen mit dem neuen Stiftungslehrstuhl für Röntgenmikroskopie sowie dem Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT in Fürth. Dabei fokussieren sich die Wissenschaftler auf Prüfverfahren im Mikro- und Nanobereich: Während sich die Fraunhofer-Forscher mit der Entwicklung und dem Aufbau neuer Laborsysteme beschäftigen, steht für die Universitätsmitarbeiter die Grundlagenforschung rund um die höchstauflösende Röntgenbildgebung und Nano- Computertomographie im Mittelpunkt. Lehrstuhlinhaber und Projektgruppenleiter ist Prof. Dr. Randolf Hanke, auch stellvertretender Institutsleiter des IIS.

Räumlich sind Uni und Fraunhofer hier ebenfalls eng verbunden: Die Projektgruppe und der Lehrstuhl für Röntgenmikroskopie ziehen in den neuen Universitätscampus »Hubland Nord« ein. Für dieses 39 Hektar große Gelände wurde ein ehemaliges Wohngebiet der US-Streitkräfte umgebaut und jetzt durch Ansiedlung von Forschungseinrichtungen wiederbelebt.

Röntgentechnologie in Würzburg: Darum geht es

Um zu erkennen, ob bei der Produktion z. B. von Leichtmetallrädern Gussfehler, wie Oxideinschlüsse oder Gasporen, entstehen, müssen diese längst nicht mehr aufgeschnitten werden. Mit Hilfe von modernen Röntgenprüfsystemen können die Objekte und Materialien zerstörungsfrei untersucht werden. Ziel der Fraunhofer-Forschungsgruppe für Nano-Röntgensysteme zur Materialcharakterisierung ist es nun, bildgebende Laborsysteme zu entwickeln, mit denen selbst kleinste Mikro- und Nanostrukturen analysiert werden können. Dazu arbeiten die Forscher u. a. an der Entwicklung einer neuen Nano-Computertomographie-Anlage. Mit Hilfe eines Röntgenmikroskops soll es möglich werden, frühzeitig wichtige Volumeninformationen über Bauelemente und Materialien im Mikro- und Nanobereich zu erhalten, ohne die Objekte zu zerstören.