© Fraunhofer IIS/Paul Pulkert

Erfolge für die 4. Generation Audiocodecs

Namhafte Lizenznehmer setzen auf MPEG-H, xHE-AAC, EVS und LC3/LC3plus

 

Nach drei erfolgreichen Generationen (mp3, AAC und HE-AAC) schreitet die kommerzielle Verbreitung unserer Audiocodierverfahren der 4. Generation schnell voran. Im Jahr 2020 konnten zahlreiche neue Lizenzvereinbarungen, beispielsweise mit dem Halbleiterhersteller NXP, der im März 2020 eine umfassende MPEG-Audiocodec-Suite des Fraunhofer IIS, inkl. xHE-AAC und MPEG-H Audio, lizenziert hat, geschlossen werden. Daneben gab es viele weitere Meldungen zu den Codecs unserer 4. Generation (MPEG-H, xHE-AAC, EVS, LC3/LC3plus).

Die ersten MPEG-H-basierten 360 Reality Audio-Musikstreamingdienste gingen online, etwa von Sony Select, Tidal, Deezer oder Amazon Music HD. Passend dazu brachte der Online-Versandhändler den »Echo Studio«-Smartspeaker auf den Markt, in dem die MPEG-H Audio-Decodersoftware des Fraunhofer IIS steckt. Weitere neue MPEG-H-Lizenznehmer sind Sound United, der verschiedenen AV-Receivern seiner Marken Denon und Marantz im November ein MPEG-H 3D Audio-Upgrade spendierte, sowie McIntosh Laboratory, dessen AV-Prozessor MX123 das Format nun ebenfalls unterstützt. Daneben konnten wir auch vermelden, dass der große koreanische CE-Hersteller Samsung die MPEG-H Audio-Patente des Fraunhofer IIS lizenziert hat. Darüber hinaus startete das neue MPEG-H 3D Audio Baseline Profile, das ein Subset des bestehenden Profils ist und den Implementierungs- und Testaufwand erheblich reduziert. Die neuesten digitalen Audio-Signalprozessoren unseres langjährigen Kunden Analog Devices unterstützen dieses Profil bereits.

Um Content-Ersteller in den Bereichen TV und Streaming bei der Produktion von MPEG-H-Audioinhalten noch umfangreicher zu unterstützen, haben wir im Jahr 2020 neue Werkzeuge zum Download bereitgestellt: Zum einen das ADM Info Tool, das bei der Erstellung von ADM (Audio Definition Model)-Metadaten hilft, und zum anderen die MPEG-H Authoring Suite (MAS). Das aus mehreren Anwendungen bestehende Software-Paket ermöglicht die einfache, schnelle und intuitive Produktion von MPEG-H Audio-Inhalten. Ergänzend entstanden Video-Tutorials zur Live-Produktion mit MPEG-H Audio sowie zur Postproduktion mit der MPEG-H Authoring Suite, und es fanden mehrere Webinare statt, die von Hunderten TV- und Streaming-Profis aus aller Welt besucht wurden.

Währenddessen setzen seit 2020 zahlreiche weitere Anbieter auf xHE-AAC, den Audiocodec für mobiles Streaming: Der prominenteste Neuzugang unter den Lizenznehmern der Fraunhofer-xHE-AAC- und MPEG-D DRC-Softwareimplementierung heißt Microsoft. Apple stellte die Vorteile der neuesten Generation der AAC-Codecfamilie bei der Worldwide Developer Conference 2020 auf Apple-Geräten vor. Und nicht zuletzt verwendet der Streaming-Dienst Netflix den xHE-AAC-Audiocodec seit Januar 2021 auf mobilen Android-Geräten.

Auch der 3GPP-Standardcodec für 4G- und 5G-Telefonie, EVS, hat in seiner Verbreitung zugelegt: Zuletzt haben mehrere Mobilfunkprovider in Asien die Technologie in ihre Netzwerke integriert. Die Low Complexity Communication Codecs (LC3 und LC3plus), welche die EVS-Qualität nun auf alle Kommunikationsplattformen ausdehnen, erfahren seit ihrer offiziellen Einführung eine hohe Menge an Lizenzanfragen. Bluetooth SIG hat im Januar LC3 als den Standard-Audiocodec für LE Audio angekündigt und schließlich im September 2020 die Spezifikation angenommen. Mittlerweile zählen beispielsweise Microsoft, Cadence und Broadcom zu den Lizenznehmern der Fraunhofer-Implementierung des LC3-Codecs. Der mit zahlreichen weiteren Funktionalitäten ausgestattete Geschwistercodec LC3plus war bereits 2019 als ETSI TS 103 634 standardisiert sowie in den 2019er DECT-Standard aufgenommen worden. 2020 kam das erste Endprodukt für Konsumenten mit LC3plus auf den Markt: das DECT-Telefon »W59R« von Yealink.

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