Röntgenmobil#

Anlässlich des Jubiläums zur Entdeckung der Röntgenstrahlung vor 125 Jahren tourte das Fraunhofer-Röntgenmobil durch Deutschland.

Mit dem »Fraunhofer-Röntgenmobil« auf Spurensuche

Ein portables Computertomographie-System hilft bei der Digitalisierung des europäischen Kulturerbes#

125 Jahre ist es her, dass Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannte Strahlung fast beiläufig entdeckte. Nicht nur in der Medizin löste das eine Revolution in der Diagnostik aus. Auch andere Wissenschaften, wie etwa die Archäologie, profitieren mit zunehmender Forschung und Weiterentwicklung der Technologie von deren Vorzügen.

Ein vollwertiges Röntgenlabor – untergebracht auf kleinstem Raum

Das »Röntgenmobil« des Fraunhofer-Entwicklungszentrums Röntgentechnik EZRT zelebriert die Entdeckung der Röntgenstrahlen vor 125 Jahren mit einem Jubiläum auf ganz besondere Weise. Im Fahrzeug verbirgt sich ein vollwertiges, mobiles Röntgenlabor der neuesten Generation. Das verbaute Röntgensystem CTportable160.90 ist in der Lage, leicht durchstrahlbare Objekte mit einer Höhe von bis zu 200 Millimetern und einem Durchmesser von bis zu 70 Millimetern bei einer Auflösung im Mikrometerbereich dreidimensional zu scannen. Für die Aufnahme der Röntgenprojektionen steht ein Energiespektrum von bis zu 90 Kiloelektronenvolt zur Verfügung.

»Die bei uns am Institut entwickelte CTportable-Produktfamilie eignet sich perfekt für den standortunabhängigen Einsatz. Mit unserem Röntgenmobil können wir die Vielseitigkeit der Röntgentechnologie an wechselnden Standorten präsentieren«, betont Dr. Norman Uhlmann, Bereichsleiter des Fraunhofer-Entwicklungszentrums Röntgentechnik EZRT in Fürth.

Wichtiger Baustein in der Digitalisierung von Kulturgütern

Vor allem sensiblen und besonders wertvollen Museumsexponaten kommt diese schonende Art der zerstörungsfreien Materialuntersuchung zugute: Um die historisch einzigartigen und unersetzlichen Objekte keinem Transportrisiko aussetzen zu müssen, kommt das CT-System zum Exponat statt umgekehrt.

Zum Röntgenjubiläum 2020 konnten mithilfe des Röntgenmobils bereits viele interessante Ausstellungstücke hochauflösend durchleuchtet werden. Neben Bruchstücken des originalen Gleiters von Otto Lilienthal durfte auch das hochkomplexe Gewebe eines Astronauten-Handschuhs sein Innenleben preisgeben.

Das Röntgenmobil ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Digitalisierung des europäischen Kulturerbes. Unsere modernen CT-Anlagen helfen dabei, diese gewaltige Herausforderung zu bewältigen und durch die virtuelle Erfassung nie da gewesene Einblicke in ansonsten unzugängliche Wissensquellen zu erlangen.